Haben Journalismus und Blog etwas gemeinsam? Wenn ja, was genau? Das möchte ich herausfinden – und starte, als Journalistin, mit meinem eigenen Blog. Viele Fragen, Pro-und-Contras und meine ganz persönlichen Antworten …

Ist Bloggen journalistische Zukunft? Meine Zukunft?

Seit ca. acht Jahren bin ich bei der Blogger-Bewegung quasi „dabei“: als Beobachterin. Ich weiß noch, wie skeptisch ich damals war, als Blogs im Journalismus auftauchten und sich rasant „vermehrten“. Keiner wusste so recht, worum es beim Bloggen geht: um ein Online-Tagebuch für sich selbst? Eine Möglichkeit, sich der Öffentlichkeit zu zeigen? Eine neue Art, im Internet schnell Geld zu verdienen?

In diesen Jahren der vorsichtigen Beobachtung stellte ich mir immer wieder dieselbe Frage:

Was haben Journalismus und Blogs gemeinsam?

Welche Beweggründe auch immer die meisten „frischgebackenen“ Blogger hatten – gefühlt probierte jeder Zweite das „Gewand“ eines Journalisten an und nannte sich „Blogger“, während er sich auf der eigenen Internet-Plattform zu gewissen Themen äußerte. Im Laufe der Zeit wich die Sprache immer mehr vor Fotos und Videos zurück, dabei verdrängten großzügige Bilderflächen Schöngeschriebenes. Und ich hörte nicht auf, das Ganze zu hinterfragen:

  • Haben Journalismus und Blogs eine gemeinsame Zukunft?
  • Hat Bloggen mit der Schreibkunst noch etwas zu tun?
  • Bin ich zu kritisch? Neidisch?
  • Will ich da „mitschwimmen“?

Nun ist es an der Zeit für mich, diese Fragen zu beantworten.

Journalismus vs. Blogs: Meine Antworten

Die Zukunft des Journalismus sind Blogs nicht

es sind und bleiben „zwei Paar Schuhe“, zumindest solange die „Vorgänger“ der Generation „Z“ leben. Denn:

  • Diese sind es gewohnt, die gute alte Zeitung zum Frühstückskaffee in der Hand zu halten, den Duft der Druckfarbe wahrnehmend und das Gefühl habend, immer bestens informiert zu sein.
  • Beim Arzt oder Friseur möchten diese nicht in das Smartphone starren, sondern zum schön abgegriffenen „Glanzmagazin“ greifen und so die letzten Trends und Klatschgeschichten aufspüren.
  • Zudem sind es auch die Menschen, die vielleicht noch etwas Wert auf die geschriebene Sprache legen: auf Texte, die mitreißen und zum Weiterlesen animieren und auf Worte und Wörter, die zum Nachdenken motivieren.

Diese „Sprach-Interessiertheit“ wird von vielen Blogs schon mal nicht bedient.

So scheint Bloggen oft mit der großen Sprachliebe und der wahren Schreibkunst nicht viel zu tun zu haben.

Dass ich kritisch und skeptisch dem Blogger-Trend gegenüber war und bin,

hat etwas mit meiner ehemaligen, langjährigen Tätigkeit für ein Online-Magazin zu tun. In dieser Zeit konnte ich zahlreiche Blogger bei Presse-Events beobachten und mir meine Meinung zur „Bloggernatur“ bilden: junge, dynamische Menschen, die es mögen, im Mittelpunkt zu stehen, dabei neue Produkte „als Vorreiter“ testen und diese dann auf ihren Blogs und Social Media Kanälen vorstellen.

Wer sind diese Blogger? Wer bin ich?

Darunter sind zahlreiche „Fashionistas“ zu finden, die meistens einen Mode- mit einem Reise-Blog kombinieren. Zahlreiche nicht berufstätige Mütter haben dank des Blogger-Trends ihre neue Berufung entdeckt: Koch- und Back-Bloggen …

Doch neidisch bin ich nicht:

Denn viele Blogger haben ihre Zwänge und können nicht immer ihre echte Meinung zum Produkt sagen. Dabei geht für mich der Sinn des eigentlichen Online-Tagebuchs alias Blog verloren: die Subjektivität!

Journalisten vs. Blogger?

Im klassischen Sinne ist es wohl nicht das Gleiche. Denn vom Journalismus trennt Blogger das fehlende Grundprinzip des journalistischen Arbeitens: die Objektivität! Blogger, die bedingt subjektiv sein können und keinen Anspruch an die objektive Berichterstattung stellen: Ob das langfristig gut gehen kann? Die Zukunft wird es zeigen – und diese möchte ich mit aufbauen, weil ich die Entwicklung dann doch spannend finde!

Selbstmotivation zum Bloggen

Darum starte ich – mit „Verspätung“, aber mit einem klaren Durchblick ausgestattet – meinen eigenen Blog Soul Tales.

Dabei will ich nicht „mitschwimmen“, sondern auf meinem eigenen Pfad wandern.

Ich möchte  meine eigene Art „Blog“ auf- und großziehen – eine, bei der Journalismus und Bloggen „gleichberechtigt“ sind. Eine Art Erlebnis- und Gedankenbuch daraus machen – keine Empfehlungsplattform. Ich möchte mich nur meinen Lieblingsthemen widmen: inspirierenden Reisen, besonderen Menschen und beseelten Gedanken und Geschichten. Dabei werde ich immer und zu allem meine ehrliche Meinung äußern und mich des grenzenlosen Reichtums der deutschen Sprache bedienen – auch wenn vielleicht „ein Bild mehr als 1000 Worte sagt“ …

In der Sprache liegt die Kraft

Mit Soul Tales möchte ich der Deutschen Sprache huldigen!
Journalismus vs. Blog: Mit Soul Tales möchte ich spüren lassen, dass Deutsch kein Labyrinth und kein Trugbild ist, sondern eine stolze Sprache, die lebt!

Ich finde es unendlich schade, dass Deutsch als Sprache sich bei vielen Blogs „beschämt hinter Bildern verstecken lassen muss“. Denn DAS hat die deutsche Sprache, aus meiner Sicht, definitiv nicht verdient. Schlicht und sachlich auf den ersten Blick, ist Deutsch, als eine der ältesten Sprachen der Welt, reich in der Wortbildung (die zahlreichen wortbildenden Vorsilben beispielsweise), prägnant in der Bedeutung (vergleiche mit „Mehrbedeutung“ der Wörter im Englischen) und recht überschaubar in der Grammatik („nur“ vier Fälle, im Gegensatz zu den sechs Fällen im Russischen). Wer schon mal ein altes phraseologisches Wörterbuch in der Hand gehalten hat, versteht erst recht um die Mannigfaltigkeit und den Stolz dieser Sprache!

Soul Tales will der Sprache „dienen“ und die Seele bedienen

Mit meinem Blog Soul Tales möchte ich der deutschen Sprache huldigen, soweit es mir als „Nicht-Muttersprachlerin“ gelingen kann. Ich möchte mit ihr spielen, sie dabei ernst nehmen; sie für mich neu erfinden und mich mit ihr weiterentwickeln. Dabei werde ich Fotos nicht aus meinen Soul Tales-Geschichten und -Gedanken unverdienterweise verbannen, sondern diese bedacht verwenden. Damit durch meine Texte eigene Bilder im Kopf des Lesers erst entstehen können.

Darüber hinaus ist es mein Anliegen, mithilfe der Sprache einer bestimmten „Sache“ zu dienen, die oft zu wenig Aufmerksamkeit bekommt – unsere Seele! Denn sie ist es, die uns zu dem macht, was wir eigentlich sind: fühlende, leidende, lachende und liebende Menschen, die miteinander DANK SPRACHE kommunizieren können.

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