Land Rover Defender und die Liebe

Defender ist DAS Wort in unserer Beziehung, nach „Liebe“ natürlich! Hier sind ein paar „intime“ Einblicke in das Leben einer „Defender-Braut“ …

Von schmalen Graden, extremen Schieflagen und dem ganz schön dreckigen Verkehr

„Ganz schön dreckig“, trällert ein männlicher Passant zu meinem Mann begeistert entgegen, indem er mit dem „Daumen hoch“-Anerkennungszeichen an unserem schwarzen „Hengst“ mit seinen bereits festgetrockneten Schlammflecken vorbeimarschiert. In diesem mit einer gewissen Magie erfüllten Moment leuchten zwei Paar Männeraugen im Takt auf, zwei Herzen schlagen im Einklang. Sie verstehen sich (fast) ohne Worte – dabei laufen die Wangen meines Mannes befriedigt-rot an … Ein weiteres Augenpaar (das meine!) vergrößert sich vor lauter Verwunderung, die Schultern zucken verständnislos – hoch bis zu den Ohren. ‚Es ist doch keine Blondine mit den Nadja Auermanns Beinen und der Pamela Anderson Oberweite in Sicht!‘ denke ich mir und schaue verblüfft zu unserem bis zum Dach mit Dreck und Staub „versauten“ Land Rover Defender.

Wir haben gerade unser Offroad-Schieflagen-Dreckslöcher-Survival-Training mit Bravour absolviert, sind somit für den „dreckigen Verkehr“ offiziell zugelassen und dürfen (und unbedingt wollen!) abseits der „zivilisierten“ Wege dieser Welt fahren!

Allrad, Offroad, allaround: Einführung in die Land Rover Defender-„Wissen-schafft“

Für alle „Nichtwissenden“: Land Rover Defender ist DER Wagen in der Männerwelt! Von seiner Wirkung her kommt er für seine Besitzer – und auch „Nicht-Besitzer“ – dem Orgasmus nahe: hoch-erregend, bedrohlich-anziehend, süchtig-machend …

Hand aufs Herz: Für mich ist er ebenso ‚Liebe auf den ersten …‘: Sein  wacher, offener Blick, der markante Körperbau, sein schlicht-eleganter Stil und robustes Schuhwerk lassen eine immense Kraft vermuten und erwecken in mir ein schon längst vergessenes Bedürfnis, mich beschützen zu lassen. Zudem wirkt der Blechriese zuverlässig und vertrauenswürdig – eine starke „Schulter“ zum Anlehnen eben … Nach unserer „Kennenlern“-Fahrt wird mir schnell klar: Er wirkt nicht nur so, er IST so! Doch er ist auch noch so viel mehr …

Das Vordiplom: Die Kleine „Defender-Kunde“

Bevor eine Frau offiziell zu einer „Defender-Braut“ erklärt wird, hat sie einiges zu „verstehen“ und erlernen:

  • Der Name ist Programm: „Defender“ bedeutet aus dem Englischen übersetzt „Verteidiger“ – oder einfach: Beschützer!
  • Ein Defender ist und bleibt ein Defender und KEIN Fahr-Zeug.
  • Ein Land Rover Defender ist nicht leichtsinnig-schnell – mehr als 140 km/h bringt er nicht auf die Strecke –, sondern überlegt-vorsichtig und wird von anderen Verkehrsteilnehmern für diese Eigenschaft und die überzeugenden Formate respektiert.
  • Ein Defender hat keinen modernen Luxus-Komfort und Extras wie eine Einparkhilfe. Er setzt besondere Geschicklichkeit und außerordentliche Fahr-Fähigkeit seines Besitzers voraus.
  • Ein Defender-Fahrer ist kein „normaler“ Autofahrer, sondern ein „Loriot“ des Offroads. Denn wer keine gesunden Portion Humor besitzt, wird keine Ekstase-ähnlichen Zustände beim Fahren auf Schlamm- und Staubpisten und Wurzelwegen bekommen – und das bei den recht harten Stoßdämpfern und nicht gepolsterten Innenkanten des englischen Allrad-Einwanderers.
  • Ein Defender hat über Jahre hinweg seine „Ecken und Kanten“ beibehalten und ist nicht makellos: Mal wird die Gummiabdichtung undicht, mal klemmt die Tür bei Frost. Doch seine kleinen Macken sind besonders liebevoll – ebenso wie der rührende, verständnisvolle Umgang der Defender-Besitzer mit diesen „Unvollkommenheiten“.
  • Ein Defender ist eine Investition in die Zukunft und wird im Laufe der Jahre, vergleichbar mit einer Rolex-Uhr, an Wert nicht verlieren, sondern gewinnen.
  • Der Abenteurer-Geist eines Defenders und seines Besitzers ist den beiden nicht abzuschwören: Sie suchen (und finden!) Gefahren und heikle Situationen.
  • Ein Defender verleiht seinem Besitzer zwar keine Flügel – auf der Autobahn lassen wir gelassen Mustangs, Porsches und VWs dieser Welt links an uns vorbeidüsen –, aber ein besonderes „Shining“ bei Sichtung eines anderen Defenders!
  • Dabei grüßt ein Defender-Fahrer beschwingt alle anderen Defender-Fahrer – und zwar in jeder Lebenslage und überall auf der Welt! Und Achtung: Dieses „Zusammengehörigkeit“-Gefühl ist für Beifahrer/Innen hoch ansteckend!

Fazit: Ein Land Rover Defender-Fahrer identifiziert sich mit diesem Geländewagen und findet durch ihn zu seiner wahren Identität zurück: robust, ungehobelt, zuverlässig und beschützend – ein echter Kerl nämlich!

Übung macht die Meisterin

Doch auch im Fitness-physikalischen Sinne muss frau in die Rolle einer „Defender-Braut“ hineinwachsen! Gebraucht werden dabei sowohl Bizeps, um sich beim Einstiegsmanöver hochzuziehen, als auch gut trainierte Quadrizeps – zum Abstoßen vom Boden, um den nötigen Schwung zu holen und die hochgelegene Trittstufe nicht zu verfehlen. Auch Geschicklichkeit und gute Reaktion werden gebraucht: Ist der Einstiegsschwung zu schnell und die Nacken-Beweglichkeit gehemmt, kann es ratzfatz zu einer leichten Schädelfraktur kommen. Also bitte an das und mit dem Köpfchen denken und dieses im richtigen Moment kokett zur Seite neigen! Das Ganze will bis zum Automatismus geübt werden, bis der Einstieg sehr genau und so elegant wie möglich gelingt.

Hat frau brav die „Mitspielregeln“ einstudiert, darf sie für einige Autobahn-Kilometer vom Beifahrer- auf den Fahrersitz rutschen – die größte Ehre überhaupt, die einer Liebeserklärung gleicht …

Der Rückblick: Mein Weg

Mein Jugendfreund hat in der russischen Provinz Schutzgelder aufgetrieben, so hieß es damals scherzhaft, ich sei „Mafia-Braut“. Danach läutete ein Wind-Surfer die „Surfer-Braut“-Zeiten ein. Im „Erwachsenenalter“, wenn der Reiz des Goldes verblasst und der jugendliche Leichtsinn verfliegt, wird frau bodenständig und legt Wert auf etwas andere Werte, bzw. Wertigkeiten … Ein Land Rover Defender verkündet nun eine neue Ära in meinem Leben: eine Ära des Erwachsenseins und des Erwachens, des „Schwachsein-Dürfens“ und „sich-beschützen-Lassens“, des „echte-Frau-sein-Wollens“ – die Epoche einer „Defender-Braut“ eben!

Die Reifeprüfung: Jetzt ist es offiziell!

An einem Tag X wird es endlich offiziell: Ich bin für die „Defender-Braut“-Prüfung bereit. Auf einem abgelegenen Autobahn-Rastplatz übernehme ich endlich „die Zügel“: In meiner zärtlichen Hand brüllt unser schwarze Hengst wild auf, stolpert kurz (mein Fehltritt gewesen!) und reißt sich fort – ungezähmt und passioniert, für das unbekannte Abenteuer bereit! Erst zappelig und ungehorsam, dann immer zahmer und ruhiger, bringt er uns vom Punkt A zum Punkt B mit der Geschwindigkeit Y und bedankt sich für meine Bemühungen mit einem sanften Stopp auf dem nächsten Rastplatz: ‚Puhh, das Examen bestanden!‘

Auch meine beiden „Beschützer“ haben ihre „Reifeprüfung“ hinter sich und strahlen nun um die Wette: Der eine in seiner nach wie vor perfekten Schlamm-Mattierung, der andere – in der Glückseligkeit, „die Zügel“ wieder in seiner Hand haben zu dürfen …

Die Weiterbildung: Das Nachschlagewerk für „danach“

Diese Bücher erlauben weitere Einblicke in die „Defender-Welten“ und sind quasi Must-haves für jede angehende “Defender-Braut“:

Was zum Träumen

„Das ist’s … Ich kauf ihn“, ist einer der ersten Sätze des dokumentarischen Reise-Tagebuches „Hinter dem Horizont links“. Der Autor Christopher Many, ein Freigeist und Abenteurer, kauft sich in den schottischen Highlands einen 30 Jahre alten Land Rover und reist damit in acht Jahren um die Welt … 200.000 Kilometer, 3.000 Tage, 100 Länder und jede Menge Welterkenntnises gaben ihm mehr als genug Stoff für eine spannende Reisedokumentation – voller unerwarteter Wendungen und Begegnungen, Seite an Seite mit dem treuen und zuverlässigen Partner: Der Landy namens „Mathilde“! Erschienen bei Delius Klasing Verlag, um 18,90 Euro

Was zum Basteln

„Gutes noch besser machen“ – geht das überhaupt? Ja, auch wenn es nicht jedem stolzen Defender-Besitzer genehm sein wird: Auch ein Defender hat seine Schwachstellen, die jeder handwerklich begabte Fahrer auch selbst beheben oder optimieren kann. Das Buch von Lindsay Porter „Land Rover Defender. Den Klassiker optimieren: von den Achsen bis zur Zentralverriegelung“ gibt zudem wertvolle Umbau- und Verbesserungstipps für alle „Offroad-Lebenslagen“ – damit bei der nächsten Weltreise nichts „schief läuft“! Erschienen bei Delius Klasing Verlag, um 29,90 Euro

Was für die Fahr-Theorie

„Off Road (So wird’s gemacht Special Band 5) Fahrtipps für jedes Gelände: Technik, Sicherheit, Ausrüstung“  von Vince Cobley und Dave Philips lässt keine Fragen rund um das Thema „Umgang mit Offroad-Fahrzeugen“ offen – DER Ratgeber für eine Offroad-Tour-Vorbereitung!  Erschienen bei Delius Klasing Verlag, um 29,90 Euro

Was für die Fahrpraxis

Abenteuer4x4 steht für nachhaltigen Offroad-Fahrspaß und organisiert Fahrtrainings und Reisen unter dem Motto „Natur wird zum Erlebnis!“ – und das mit Herzblut und Leidenschaft! 

Was zum Schlemmen

Der Titel „Kochen ohne Küche“ spricht für sich! Denn auch Defender-Fahrer können nicht von Luft und Defender-Liebe leben. Von der ersten Buchempfehlung zu einer Weltreise inspiriert und dank dem „Bastelhandbuch“ technisch versiert, geht es nun um was Essentielles: Essensbeschaffung in der freien Natur! Das kleine Kochbuch von Ulrike Richter und Ulrich Albus hat 140 erprobte Rezepte, Tipps und Checklisten für unterwegs parat! Vom Kochen auf offenem Feuer, auf einem mobilen Kochfeld, bis hin zu schnellen Gerichten ganz ohne Kochen – auf gutes Essen muss auch auf Outdoor-Reisen  nicht verzichtet werden. Erschienen bei Delius Klasing Verlag, um 16,90 Euro

Land Rover Defender ist nicht nur Männersache.
Land Rover Defender und die Liebe: Mein Weg zu einer Defender-Braut

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