Was ist Magie? Medium und Magierin im Interview – Teil 1

Magie ist überall. Sie ist in dir und um dich herum. Vielleicht wendest du sie bereits an, intuitiv und ohne zu wissen, dass du magisch wirkst? Aber was ist Magie genau? Wo du sie überall findest und wie du weiße Magie vom Schwarzmagischen unterscheidest …

 

Hast du mal jemandem ein vierblättriges Kleeblatt geschenkt? Ein Mandala kreiert? Dir etwas vom Universum gewünscht, das kurz darauf wahr wurde? Dann kennst du weiße Magie bereits. So einfach ist es, zumindest auf den ersten Blick.

Heute wage ich einen zweiten, einen tieferen Blick darauf – und frage mich: „Was ist Magie?“ Denn Magie habe ich schon immer gesucht, mich nach ihr gesehnt, mich zu ihr hingezogen gefühlt. Auch wenn ich den Mut nicht hatte, ihren nebulösen Schleier aufzulösen. Stattdessen verspürte ich Angst, hinter diesem Schleier sei nichts zu finden; alles sei reine Einbildung, Kindheitsfantasie. So hielt ich Magisches auf Distanz, die ich mal verkürzt, mal vergrößert habe. Dass ich Magie bereits in mir trug und benutzte – ob während des Räucherns, beim Wünschen oder bei Rauchnacht-Ritualen –, war mir nicht bewusst.

Nun möchte ich der weißen Magie bewusster begegnen und ihre Möglichkeiten erforschen. Aber vor allen möchte ich sie verstehen, sofern wahre Magie überhaupt mit dem Verstand zu erfassen ist. Deshalb suchte ich den Rat von Vayana auf. Im 1. Teil unseres Interviews frage ich das Medium und die Magierin Folgendes:

Was ist Magie?

„Magie ist unspektakulärer, als man denkt“, behauptet Vayana. So kenne ich sie eben: Mal spricht sie mit Engeln, mal begegnet sie meiner Seele – und dann heißt es immer: „Das geht ganz einfach, das kannst du auch!“ Damit zaubert sie mir immer ein Lächeln ins Gesicht. Aber kann sie noch mehr Zauber?

Ja, sie kann! Und zwar nicht nur die Magie in Form von magischen Ritualen. Sie versteht es, Magie zu erklären, sodass sie auch für meinen Verstand ein wenig greifbarer wird.

Magie ist etwas ganz Normales, das mehr mit Quantenphysik zu tun hat als mit Showeffekten.

Was ist Magie?

Für mich bedeutet Magie, in der Lage zu sein, seinen Geist so weit zu kontrollieren und zu lenken, dass er etwas bewirkt. Ob das Ergebnis dann ein Zaubertrunk oder Liebeszauber – oder etwas ganz anderes ist, finde ich persönlich unwichtig.

Magie und Hexen: Was haben diese beiden Begriffe gemeinsam?

Magie ist gewissermaßen eine Disziplin. Und die Menschen, die diese Disziplin praktizieren, kann man unterschiedlich bezeichnen: Hexen, Magier, Zauberer, Wicca, Druide usw. Magie verhält sich zu Hexen also wie Fußball zu Stürmern, um mal eine Metapher aus dem Sport zu bemühen.

Wie grenzen sich weiße Magie und schwarze Magie voneinander ab?

Das einzige, was weiße Magie von schwarzer Magie trennt, ist die Intention desjenigen, der sie anwendet. Weiße Magier geben sich i.d.R. selbst einen Handlungskodex, zum Beispiel:

Ich handle nur zum höchsten Wohl aller Beteiligten. Ich handle nicht gegen den Willen eines Beteiligten.

Schwarze Magie setzt sich solche Grenzen ggf. nicht.

Und was ist der Unterschied zwischen Magie und Zauberei?

Umgangssprachlich ist das irgendwie das Gleiche. Aber für mich ist Zauberei etwas aus einer Show in Las Vegas, mit tollen Effekten, die ich nicht verstehe und fantastisch finde. Magie hingegen ist etwas ganz Normales, das mehr mit Quantenphysik zu tun hat als mit Showeffekten.

Magie-Elemente, magische Kräfte, Naturgeister – wie geht weiße Magie?

 Wie funktioniert weiße Magie?

Was wir beim magischen Arbeiten machen, ist nichts anderes, als durch Konzentration Energien zu steuern. Gäbe es Messgeräte dafür, könnte man die sich dabei entfaltenden Energieströme sehen. Leider gibt es solche Messgeräte noch nicht, was Betrügern aller Art das Leben leicht macht. Aber wer sich ernsthaft mit Magie beschäftigt, kann es auf die einfache Formel bringen:

 Magie ist Wirkung durch Konzentration.

Um es bildhalft zu machen: Magier agieren wie ein Wasserkocher. Der Wasserkocher fügt dem Wasser Wärme zu und bringt es letztlich zum Kochen. Der Magier konzentriert Energie und bewirkt damit Ergebnisse.

Übrigens: Damit unterscheidet sich weiße Magie vom Gebet. Beim Letzteren bitte ich nur und werde nicht selbst aktiv. Wende ich weiße Magie an, werde ich selbst aktiv.

Welche magischen Elemente nutzt weiße Magie?

Weiße Magie bedient sich der eigenen Geisteskraft und der Konzentration: Das sind die wichtigsten magischen Elemente. Als Zutaten für das Ergebnis können verschiedenste Instrumente verwendet werden, beispielsweise Wasser, Erde, Feuer, Rauch, Naturmaterialien, Tiere, Substanzen usw.

Was für magische Kräfte gibt es in der Natur und wie helfen diese beim Zaubern?

Alles in der Natur ist gewissermaßen magisch. Denn alles um uns herum hat eine gewisse Energiequalität, die man sich zunutze machen kann. In der Natur finden wir vor allem sehr viele heilsame Energien: Fast alles hier harmonisiert in irgendeiner Form. Das spüren wir schon während eines Spaziergangs im Freien.

Wer sich also mit weißer Magie beschäftigt, ist oft heilend tätig. So versucht eine Magierin oder ein Magier bei der weißen Magie oft, die ursprüngliche göttliche Ordnung wieder herzustellen – ähnlich, wie sie in der Natur existiert –, um davon abweichende Zustände zu harmonisieren. Dafür setzen wir beim magischen Arbeiten Naturmaterialien als Trägerobjekt für energetische Tätigkeit ein.

Naturgeister: Was haben diese Energieformen mit der weißen Magie zu tun?

Alles in der Welt ist Energie, besteht aus Energie. Mineralien und Edelsteine z.B. geben relativ konstant eine ähnliche Energie ab. Es gibt aber auch Energieformen, die sich wie ein Organismus bewegen und verändern – und trotzdem für unsere Augen unsichtbar bleiben, vergleichbar mit Gefühlen oder Gedanken. Sie haben eine gewisse Wesenheit. Ob Naturgeister, Devas oder Feen: Wie man diese feinstofflichen Wesen nennt, ist eigentlich unbedeutend. Ich persönlich sage nie „Fee“ oder „Elfe“, sondern frage die beseelte, wesenhafte Energieform einfach nach ihrem Namen und spreche sie damit an.

Für weiße Magie können wir diese beseelten Wesenheiten bitten, uns bei unserer Arbeit zu unterstützen – zum Beispiel bei bestimmten magischen Ritualen. Sie sind meist sehr freundlich und hilfsbereit.

Wie kontaktierst du Naturgeister und wie antworten sie?

Ich werde ruhig und konzentriere mich. Als Nächstes spreche ich in Gedanken entweder den ohnehin anwesenden Naturgeist höfflich an und bitte ihn um Unterstützung. Oder ich rufe ein beseeltes Energiewesen herbei, indem ich mich auf eine bestimmte Qualität konzentriere. So bitte ich quasi „den Experten“ für diese Qualität um Hilfe. Solche Elementarwesen antworten ohne hörbare Worte, sondern in meinen Gedanken.

Magische Rituale

Welche magischen Rituale magst du besonders gern?

Raunächte-Ritual

Mein beliebtes Raunächte-Ritual für Visionen geht so: Ich ziehe mich zurück, komme zur Ruhe, stelle mir vor, ich befinde mich im Zentrum eines Pentagramms aus Licht. Mein Kopf befindet sich im oberen der fünf Zacken und die Beine in den beiden unteren Zacken. Ganz wichtig: Es ist ein aufgerichtetes Pentagramm, kein umgedrehtes! Das Pentagramm ist aus weiß-strahlendem Licht und in einen großen Lichtkreis eingeschlossen, das in tief-dunklem Blau leuchtet. Manchmal mache ich aus dem Kreis eine Kugel und aus dem Pentagramm einen 3D-Stern. Dreidimensional fühlt sich intensiver an. Zweidimensional ist subtiler und sinnlicher, finde ich.

Dann bete ich zu den Engeln und bitte darum, dass mir Weisheiten und Erkenntnisse eröffnet werden, die für das kommende Jahr für meine Liebsten oder mich persönlich wichtig sind. Dann warte ich und bekomme entweder konkrete Bilder oder ein Engel oder aufgestiegener Meister spricht mit mir in Gedanken. Wie bei einer normalen Unterhaltung, nur ohne Worte. Ich höre aufmerksam zu und falls nötig, frage ich nach.

Walpurgisnacht-Ritual

Besonders gerne mache ich ein Dankbarkeitsritual in der Walpurgisnacht vom 30. April auf den 1. Mai. In der Legende ist das der Tag, wo die Hexen auf ihrem Besen zum Blocksberg reiten – dieses Motiv wird in vielen Geschichten und Märchen immer wieder erwähnt. Die Walpurgisnacht hat eine starke weibliche Energie, die sich bestens dafür eignet, sich mit anderen Frauen zu solidarisieren. Ich persönlich zünde mir da immer eine Kerze an, gehe ins Freie, auch wenn es regnet, und danke allen Frauen des Planeten für ihre wunderbare Energie. Dann danke ich allen Frauen, die vor mir auf dem Planeten waren und die alles Leben, wie wir es heute sehen, zur Welt gebracht haben. Ich danke allen Frauen, die Rechte für uns erkämpft haben, allen Heilerinnen, allen Müttern, allen Fürsorgenden, allen weisen Frauen. Durch diese intensive Dankbarkeit an die Weiblichkeit kommt diese tausendfach verstärkt wieder zu mir zurück. Das fühlt sich großartig an!

Es ist übrigens kein Zufall, dass genau in dieser Nacht junge Männer randalieren und Dinge beschädigen. Auf einer gewissen Ebene spürt so eine entartete Form der Männlichkeit, dass in dieser Nach ganz viel Frauenpower im Universum ist.

Danke für das Interview, liebe Vayana!

Du willst selbst Magie lernen? Im 2. Teil des Interviews über Magie erfährst du, was du dafür brauchst.