Lasset uns innere Monster jagen!

Die „guten alten“ Schuldgefühle – sie kommen meistens unbegründet. Und bleiben lang – oft unentdeckt in ihrem „Versteck“ –, um uns zu plagen. Uns klein zu halten. Wie wir die falschen Gewissensqualen erkennen und sie für immer und ewig aus dem Dschungel unserer Seelen verbannen.

Spürst du eine starke Bewegung des Universums, die dich aufwühlt und geradezu zwingt, alte Muster aufzubrechen und neue Wege einzuschlagen? Vielleicht hat es etwas mit der kosmischen Ordnung zu tun: Planeten beginnen sich wieder vorwärts zu bewegen, die Erde schwingt immer höher. Und wir, ihre Bewohner, machen mit!

Das Gefühl, nicht mehr wie gewohnt weitermachen zu können oder zu wollen, lässt uns diesen Auftrieb annehmen. Dabei tauchen immer mehr alte, verdrängte Themen auf, die nun gesehen und verarbeitet werden wollen. Wir begeben uns ins Neuland und suchen nach neuen Ankern. Und mit jeder neuen Herausforderung und jeder Erkenntnis haben wir die Chance zu wachsen.

Doch der Weg zu sich selbst ist holprig: Es gilt, einige Stolpersteine zu beseitigen. Als wahre Sünde der heutigen Zeit gehören falsche Schuldgefühle dazu.

Einladung zur Jagd auf falsche Schuldgefühle

Den falschen Schuldgefühlen sage ich ab sofort den Kampf an. Ich jage sie durch den Dschungel meines Unterbewusstseins, stelle ihnen Fallen, um nicht mehr selbst ihre Beute zu sein. Stecke Grenzen zwischen fremdem und eigenem Revier ab und lerne, auch mal NEIN zu sagen, ohne gleich dem nächsten Schuldgefühl zu erliegen.

Wenn auch du von permanenten Schuldzuweisungen dir selbst gegenüber geplagt bist, lade ich dich ein, dich mir anzuschließen. Lass uns zusammen das Untier in die Enge treiben und es aus unseren Revieren verbannen. Dafür entziehen wir dem Ungeheuer seine schmackhafte Nahrung – unsere Selbstunsicherheit – und übernehmen Verantwortung für unser Leben, bewusster denn je.

Schuldgefühle vs. Verantwortung: Ein Zweikampf ohne Sieger

Apropos Verantwortung: Geht es nicht genau um sie, bei den Schuldgefühlen, die uns regelmäßig plagen? Zu erkennen sind hier besonders zwei Tendenzen, wie Schuldgefühle und Verantwortung zusammenhängen:

Szenario 1: Möchte ich mich vor Verantwortung drücken, sage ich: “Das ist nicht meine Schuld.“ Und schiebe eine gute Portion Schuldgefühle meinem Gegenüber in die Schuhe, mache ihn dadurch klein – während ich selbst glaube, groß aus der Sache rauszukommen.

Szenario 2: Ich übernehme die Verantwortung für alles – auch dafür, wofür ich rein gar nichts kann. Viel zu schnell und viel zu oft. Meine Seele „schrumpft“, ich fühle mich schuldig. Und klein.

Kennst du diese Schuldgefühle-Szenarien? Oder eins von beidem besonders intensiv? Dann ist es Zeit für die Jagd auf die guten alten Schuldgefühle, mit dem Ziel, die falschen – die unbegründeten – loszuwerden.

Wo kommen Gewissensqualen her?

„Meine Schuld, meine Schuld, meine große Schuld“, beten wir seit Jahrhunderten zu Gott um Vergebung unserer Sünden. Auch derer, die wir gar nicht begangen haben. Und das gute alte Schuldgefühl vergiftet unser Leben – das Leben, das so süß sein könnte, wären da nicht die ständigen Gewissensqualen …

In der Psychologie spricht man von Schuldgefühlen, die wir durch das Übernehmen fremder Ideale empfinden. Demnach sind sie erlernt. In der spirituellen Welt existiert die Meinung, dass wir Schuldgefühle über Generationen weitergereicht bekommen. Ehrlich gesagt, ist es mir egal, von wem ich sie geerbt oder gelernt habe. Hauptsache, ich erkenne das Problem – und will es angehen.

Ich gehe im Kopf die aufdringlichsten meiner Schuldgefühle durch: Meine Mutter konnte kein neues, vielleicht glücklicheres Leben beginnen, weil ICH nicht woanders hinziehen wollte; mein Vater starb einsam – weil ICH nicht die Kraft und Muse fand, ihn zu verstehen; etc. pp. … mea culpa, mea culpa, mea maxima culpa. Diese „Schuld“ trug ich jahrelang bei mir. Bis heute.

Schuldgefühle – der Liebe wegen?

Heute habe ich mir Zeit genommen: für mich und meine wahre Sünde – die falschen Schuldgefühle. Ich habe der Stille in mir gelauscht und mich allen Ernstes gefragt: Wie lange noch will ich das Päckchen anderer tragen?

Bin ich wirklich verantwortlich für das fremde Leid? Warum ziehe ich mir so leicht diesen Schuh an? Aus der Stille kam folgende Antwort hervor: „Durch dein Schuldbekenntnis fühlst du dich klein. So können andere sich größer fühlen. Und du denkst, somit hast du ihre Liebe verdient …“

Geht es also darum, dass ich ein fremdes Kreuz auf mich nehme, weil ich geliebt werden will? Weil Jesus mein Vorbild war und für fremde (unsere!) Sünden gestorben ist – und dafür alle Liebe der Welt erntete? Will ich SO zur allumfassenden Liebe gelangen? Mir wird klar: Der Preis dafür ist mir zu hoch. Denn die Selbstliebe bleibt auf der Strecke, sobald sich die Schuldgefühle – anderen zu Liebe – einschalten.

Gewissensqualen: welche sind richtig und welche falsch?

Der zweifellos heldenhaften Tat von Jesus bin ich nicht gewachsen, bei aller Liebe nicht. Deshalb lasse ich die Kirche im Dorf. Ich sehe ein, dass ich nicht länger die „fremde Schuld“ mit mir tragen möchte. Aber wie unterscheide ich die fremde Schuld von meiner eigenen und die falschen Schuldgefühle von den richtigen?

Ich spüre in mich hinein und gehe verschiedene Situationen durch, in denen ich mich üblicherweise schuldig fühle:

  • Füge ich jemandem bewusst Leid zu, ist es meine Schuld – denn es war meine Absicht, jemanden zu kränken. Hier sind Schuldgefühle gut und ein Signal für mich: Sie geben mir die Chance, mich zu bessern.
  • Tue ich jemandem unbewusst und ungewollt unrecht, ist es eine Lektion: für mich. Oder den anderen. Denn: Wenn ich bedenke, dass wir alle eins und miteinander verbunden sind, liegt die Vermutung nahe, dass „mein Schuldzuweisungs-Opfer“ laut seinem Seelenplan etwas daraus lernen soll.
  • Doch leidet jemand, weil ich nicht so bin, wie er es erwartet oder sich erhofft, bin ich völlig schuldfrei!
  • Wie sieht es mit meiner Schuld aus, wenn ich jemandem eine Hoffnung gegeben und sie nicht erfüllt habe? Weil ich erst spät eingesehen haben, ich hätte dabei mich selbst verraten? Gott allein weiß, ich habe es versucht. Gebe ich mein „Versagen“ zu, bin ich NUR ehrlich – und schuldfrei.

Klar: So einfach ist es nicht. Um die feinen Grenzen zwischen richtigen und falschen Schuldgefühlen zu spüren, braucht es sensible Antennen – für sich selbst und auch für andere. Im nächsten Schritt geht es also darum, Empathie für sich selbst und andere zu entwickeln – und damit zu wachsen.

Sich seiner selbst bewusst werden – Schuldgefühle loswerden

Wachse ich geistig, wird auch mein Selbstbewusstsein immer besser und mein Selbstwert immer stärker. Auch mein Selbstvertrauen wächst. Wie kräftige Wurzeln einen Baum halten, bin ich damit standhafter. Und unabhängiger von der Meinung – und Liebe – anderer. Denn die Selbstliebe ist mein neues Verlangen, der Kompass im Dschungel meiner Gefühle.

Auf dem Weg zum stärkeren Selbstwert kämpfe ich gegen falsche Schuldgefühle an:

  • Ich gehe achtsam mit mir um – auch mit meinen Gefühlen und Emotionen.
  • Erkenne ich die eigenhändige unbegründete Schuldzuweisung, verfolge ich sie bis zu ihrer Quelle – die mich unter anderem zu meinem Gegenüber führt.
  • Darum: Entwickle ich Empathie für Gefühle und Empfindungen anderer.
  • Ich lerne, Grenzen zu ziehen und sie zu zeigen, ohne Angst vor „Like-Verlusten“.
  • Gedanklich schicke ich das falsche Schuldgefühl zu seinem Erzeuger zurück – ohne dabei neue Schuldgefühle bei mir selbst zu produzieren.
  • Gelingt es mir, falsche Schuldgefühle loszuwerden, wächst mein Selbstwert. Und auch mein Gegenüber bekommt die Möglichkeit, an seinem zu arbeiten – und ebenfalls zu wachsen.

Das ist die Idee! Machst du mit?

Affirmationen für mehr Selbstwertgefühl und weniger falsche Schuldgefühle

Programmiere dein Unterbewusstsein um, im Kampf gegen die unbegründeten, fiesen Gewissensqualen. Mögen dir diese Affirmationenfür mehr Selbstwertgefühl und weniger falsche Schuldgefühle – helfen. Amen!

  • Ich übernehme Verantwortung für mein Tun und löse so meine Schuldgefühle auf.
  • Ich bin gut genug, so wie ich bin.
  • Auch wenn ich Fehler mache, liebe ich mich.
  • Ich vergebe mir selbst.
  • Ich vergebe anderen und fühle mich frei.
  • Ich erlöse mich von meiner Idee der Märtyrerschaft.
  • Im Buch meiner Schuldgefühle ist kein Blatt mehr frei für falsche Schuldgefühle.
  • Ich bleibe mir selbst treu und wachse daran.

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