Von nützlichen Dingen, dem unnötigen Ballast und dem Berg der Erkenntnis

Sich selbst verstehen und andere begreifen: Dies ist ein langer Weg, der oft steil ist, obwohl er bergab führt. Wir gehen ihn allein oder gemeinsam, schnell oder langsam. Und jeder von uns hat dabei sein Päckchen zu tragen. Eine Geschichte zum Nachdenken …

1.Kapitel: Erster Stolperstein in der Wüste

Zwei Wanderer gingen Seite an Seite durch eine Steinwüste. Ihr Weg führte sie, mal hügelig und wieder eben, mal bergauf und wieder abfallend, in Richtung Horizont. Ein bestimmtes Ziel hatten sie nicht vor Augen. Vielleicht deshalb, weil sie gerade eben starteten: vor einigen Tagen. Oder vor Monaten? Jahren? Keiner von beiden wusste es so genau. Doch schien ihnen dies auch gar nicht wichtig zu sein.

Der eine trug einen auffälligen roten Hut mit einem breiten Rand, der ihm viel Schatten spendete. Sein Rucksack war voll mit „nützlichen“ Dingen: ein eckiger Hammer, um Steine abzuklopfen; ein großer Fächer mit chinesischen Mustern – zum Herstellen einer kühlen Briese am Nachmittag; ein moderner Taschenrechner mit Solarbatterie; ein alter Kassettenrekorder aus seiner Jugend – als Erinnerung an „damals“ …

Darüber hinaus waren in seinem Gepäck auch weniger hilfreiche Dinge, größtenteils verschiedene Steine. Mal größer, mal kleiner, mal runder oder eckiger: Sie alle lagen ganz unten, am Boden des Päckchens, das er zu tragen hatte. Warum er sie dabei hatte, wusste er nicht. Sie waren einfach da. Schon immer. Also schleppte er sie einfach so mit.

Von Zeit zu Zeit legte er seinen Rucksack ab, schnürte ihn auf und betrachtete seine überaus wertvollen Habseligkeiten in der heißen Sonne eines fremden Landes. Dabei nahm er jedoch keinerlei Notiz von den Steinen – er spürte zwar ihre Last, doch schien er sie jedes Mal zu übersehen. Oder er wollte von ihnen schlichtweg nichts wissen, auch wenn er ab und an unter deren Gewicht zu leiden hatte.

Der zweite Wanderer war spartanischer ausgestattet. Er fiel durch nichts Besonderes auf. Sein Rucksack war ebenso groß und schwer, doch waren keine so „nützlichen“ Sachen drin, wie im Rucksack vom „Rothut“. Dafür aber viel „Unnützes“: ein Messer, ein Feuerzeug, eine lange, stabile Leine, ein bis zum Rand gefüllter Wasserbehälter und eine kleine Alu-Schüssel. Ein paar Steine lagen ebenfalls zwischen seinen Sachen. Wahrscheinlich rollten sie immer wieder hinein, wenn sein Rucksack offen in der Gegend herumstand. Jedes Mal, wenn er sie entdeckte, befreite er die Steine und machte daraus Steinmännchen – als Markierung für den Rückweg, sollte hinter dem Horizont doch kein Ziel mehr erscheinen …

Sein größtes Hab und Gut schien ein kleines Tagebuch zu sein. Ebenso ein Bleistift, den er nach Bedarf, sorgfältig und vorsichtig, mit seinem Messer spitzte. Zum Notizblock griff er in jeder Pause. Darin notierte er seine Beobachtungen, Gedanken und Ideen. Während der Rothut mit einem selbstzufriedenen Grinsen, völlig gedankenlos, sein „wertvolles“ Zeug betrachtete – wenn er nicht gerade, vom schweren Gewicht seines Gepäcks erschöpft, unter einem Felsvorsprung oder im Schatten eines Dornbusches schlief.

Der Schreiberling notierte sogar scheinbare Belanglosigkeiten – wie seine Gefühle. Dabei merkte er, dass sein Päckchen dadurch immer etwas leichter wurde. An solchen Tagen half er dem Rothut bei seiner Last. Denn er wollte, dass alles auf der Welt von einem Schleier der Gerechtigkeit überzogen ist – und alle das gleiche Gewicht zu tragen haben. Also nahm er unauffällig immer mal wieder einen Stein aus dem Rucksack des Rothuts und ließ ihn in seinem verschwinden. Für den Fall, dass sein Gefährte den Schwund entdeckt und ihn zurückhaben will.

Es vergingen Tage, Wochen und Monate. Der Rucksack vom Schreiberling wurde immer schwerer, doch sein Gefährte fragte nie nach seinen Steinen. Stattdessen legte er in sein Päckchen sogar immer wieder neue hinein. Weil sie ihm gefielen, ihn an etwas Wichtiges erinnerten oder … Na ja, er nahm sie auch ohne Grund mit, aus Gewohnheit. Denn sobald sein Päckchen erträglich leicht wurde, fühlte er sich nicht mehr wohl. Weil er dann eben keinen Grund mehr zum Leiden hatte – auch das war mittlerweile eine gewohnte Sache, die zu seinem „Gepäck“ einfach dazugehörte.

An einem Tag setzte sich der Schreiberling, der von der fremden Last ziemlich kraftlos geworden war, unter einen schönen Savannenbaum. Seine breite Krone war zwar etwas ausgedürrt, doch spendete sie genug kühlen Schatten. Er schlug sein Notizblock auf und erschrak: Es waren keine freien Seiten mehr vorhanden! Neben seinen Beobachtungen und Empfindungen beschrieb er darin auch all die Steine, die er dem Rothut abnahm – ordnungshalber, sollte der andere doch mal danach verlangen. In diesem Moment begriff der müde Schreiberling, dass er sein Ziel nie erreichen würde, wenn er den fremden Ballast nicht zurückließe. So legte er seine wenigen Sachen heraus, entfernte alle Steine aus seinem Gepäck – fremde wie eigene – und ging, allein und sichtbar erleichtert, weiter. Zu seinem Ziel, das vielleicht hinter dem Horizont auf ihn wartete.

Was er außerdem zurückließ, war sein voll beschriebenes Tagebuch. Dieser hatte keinen Nutzen mehr für ihn, denn alles, was er niederschrieb, war verarbeitet und daher nicht mehr von Bedeutung. Der einzige, der nun etwas davon haben könnte, war der Rothut.

Der Rothut schaute dem Schreiberling verständnislos-fragend hinterher, bis er hinter dem Horizont verschwand. Dann setzte er sich unter den einladenden Savannenbaum, legte seinen roten Hut ab, wischte seufzend die Schweißperlen der Verzweiflung von seiner Stirn und schlug den zurückgelassenen Notizblock auf … Er las darin solange, bis die Sonne unterging und er die wegweisenden Worte des Schreiberlings auf den vergilbten Seiten nicht mehr erkennen konnte.

Am nächsten Morgen wachte er sehr früh auf. Seine Gedanken, angeregt von den Notizen seines Ex-Gefährten, kreisten in unendlichen Schleifen in seinem Kopf. Doch er fühlte sich anders. Erleichtert. Neugierig auf seinen weiteren Weg. Er sortierte sein Zeug hin und her, in Überlegung, einiges zurückzulassen – und entdeckte am Boden des Rucksacks drei große eckige Steine. Seine Finger glitten nachdenklich über deren scharfen Kanten. Er spürte nach, was ihm an diesen Steinen liegen könnte, dass er sie meilenweit durch die Wüste trug. Doch fiel ihm keine vernünftige Erklärung ein.

Als er sich auf den Weg machte, blieben seine „nützlichen“ Habseligkeiten wie der Kassettenrekorder, der Fächer oder der Taschenrechner zurück. Sein roter Hut hing nun einsam am dicken Ast und baumelte in der frischen Morgenluft, als würde er seinem Ex-Besitzer hinterher winken. „Vielleicht wird er ja einem anderen Wanderer gute Dienste erweisen und ihn vor der stechenden Mittagssonne schützen …“, war der letzte Gedanke des Rothuts, der nun ein anderer war.

Und der große Steinhaufen unter dem Baum wurde um drei eckige Exemplare höher …

Steinmännchen weisen den Weg zum Gipfel-Glück
Jeder hat sein Päckchen zu tragen. Wer unterwegs den Ballast abwirft, hinterlässt Steinmännchen – als Wegweiser für andere – und kommt seinem Ziel näher.

2.Kapitel: Lektion des Schlangenmenschen

Der Schreiberling schlug sich mit seinem leichten Gepäck ganz gut durch den Wüstenweg. Er sammelte kostbares Wasser aus den dicken Blättern der Wüstenlilien, die er mit seinem Messer aufschlitzte. Abends wärmte er sich am Lagerfeuer und brühte in seiner Alu-Schüssel wohltuenden Kräutertee auf. Von Zeit zu Zeit fand er große, vom Wind und Sonne getrocknete weiße Blätter, heftete sie mit den Fäden aus seiner Leine zusammen und fertigte sich so neue Notizbücher an. Denn er hörte nie auf, seine Beobachtungen und Empfindungen aufzuschreiben.

Für seinen Weg nahm er sich zudem vor, nie wieder eine fremde Last zu übernehmen – vor allem, wenn ihn niemand darum bat. Denn er hatte ja sein eigenes Päckchen zu tragen, das seiner vollen Aufmerksamkeit bedarf.

Eines Tages, als die Sonne besonders gnadenlos aus der blauen Höhe hinunter stach, suchte er sich einen schattigen Unterschlupf an einem Felsvorsprung. Er war hungrig, denn seit drei Tagen lief ihm nicht einmal ein etwas größeres Insekt über den Weg. In dem Moment fühlte er sich besonders einsam – und wünschte sich sehnlichst einen neuen Gefährten. „Kha-kha“, hörte er plötzlich jemanden in der Tiefe der Felshöhle räuspern.

Ein fremder Wanderer saß an einer kleinen Feuerstelle und briet gerade eine kleine Schlange. Der Unbekannte lud ihn zur köstlichen Mahlzeit ein. „Wie großzügig“, dachte der Schreiberling gerührt. Der von ihm so sehr erwünschte Schleier der Gerechtigkeit schien nun die Welt benetzt zu haben …

Von nun an gingen die beiden – der Schreiberling und der Schlangenmensch – den Wüstenweg gemeinsam weiter, Seite an Seite. Der Schreiberling freute sich so sehr über seine neue Gesellschaft, dass er die ersten Meilen gar nicht merkte, wie sein Gepäck immer schwerer wurde. Immer mal wieder fand er kleinere und größere Steine in seinem Rucksack, wunderte sich über deren Herkunft und legte sie wieder am Wegesrand ab. Zu seiner großen Verwunderung war sein Päckchen am nächsten Morgen bereits wieder unerklärlich schwer.

In einer sternenklaren Nacht lag er schlaflos auf seiner dünnen Stoffunterlage, starrte in den Himmel und dachte über seinen weiteren Weg nach. Er wanderte nun schon viele Jahre lang. Zahlreiche Notizblöcke waren voll geschrieben. Mehrmals brach der Horizont – und der Weg ging einfach weiter. Er spürte, wie dankbar er ist, diesen Weg nicht allein gehen zu müssen.

Mit diesem Gedanken drehte er seinen Kopf zum Schlangenmenschen … Und zuckte entsetzt zusammen: Sein Gefährte legte gerade zwei schwere Steine aus seinem Gepäck in den Rucksack des Schreiberlings! Der Schleier der Gerechtigkeit löste sich im Nu auf: Der Schreiberling wusste nun um die Schwere seines Päckchens – und brach beim Morgengrauen alleine auf.

Kapitel 3: Belohnung am berg der Erkenntnis

Die nächsten Wandermonate verliefen wie im Fluge. Vielleicht waren es sogar Jahre? Viele Tagebücher und Steinmännchen blieben zurück. Viele Gedanken über den Sinn des Weges, die Gerechtigkeit und das Vertrauen kamen und gingen. Hunger, Durst und Einsamkeit plagten den Schreiberling immer mal wieder, doch brach er nie unter seiner Last zusammen. Denn sein Gepäck wurde immer leichter. So ging er allein seinen steinigen Pfad in Richtung Horizont. In der Hoffnung, dahinter endlich ein Ziel zu erkennen

Mit der Zeit wurde sein Weg immer grüner, die Landschaft immer malerischer. Immer öfter fand er unbekannte Früchte, die er nie zuvor gekostet hatte. Sie waren so lecker, saftig und süß, dass er sich eines Tages unbewusst wünschte, jemanden an seiner Seite zu haben – um mit ihm diese schmackhaften Naturgeschenke teilen zu können. Auch war es an der Zeit, jemanden zum Reden zu haben. Denn seinen Notizblock schlug er immer seltener auf – so viele Gedanken und Gefühle waren nicht mehr zum Verarbeiten da. Dafür kamen ihm ab und zu weise Geschichten in den Sinn, die er ebenfalls gerne teilen würde und anderen damit zu mehr Lebensfreude verhelfen.

An einem herrlichen Sommertag stand er am Fuße eines Berges. Er schaute hoch – es führte ein schmaler Pfad die Felsen hinauf, bis in das Blau des Himmels. Kurz überlegte der Schreiberling, um den Berg herum zu gehen – zu groß war die Angst, den Aufstieg alleine nicht zu schaffen. Doch dieser Umweg würde mehrere Monate länger dauern. Der Wanderer runzelte die Stirn, pustete die Luft der Skepsis durch seine Lippen – und beschloss, die Gipfelwanderung auf sich zu nehmen. Aber vorher wollte er sich am nahegelegenen idyllischen türkisen See erholen, unterm spritzig-kühlen Wasserfall duschen und einfach die Ruhe genießen, um etwas Kraft für den Aufstieg zu sammeln.

Am türkisen See erholen, Kraft für den Weg sammeln
Am türkisen See tankt der Wanderer Kraft für den Gipfelweg

Als er sich nach einem Plätzchen am Teich umschaute, entdeckte er ein fremdes Gepäck hinter einem gelb blühenden Akazienstrauch. Er schaute sich um – am anderen Ufer des Sees badete ein weiterer Wanderer! Der Schreiberling beschloss, ihn einige Momente lang aus der Ferne zu beobachten – das misstrauische Vertrauen flüsterte ihm diese Idee ins Ohr. So tat er dies auch: Er versteckte sich im Akazienbusch, der so süßlich nach Sonne roch und ihm ein wohliges Glücksgefühl schenkte. Oder war es vielleicht die Begegnung mit einem neuen möglichen Gefährten?

Dieser schien zu spüren, dass er beobachtet wurde. Etwas beunruhigt kramte er in seinem Päckchen, aus dem ein Messer, ein Feuerzeug und ein kleines Tagebuch herausfielen. Er suchte hastig nach etwas Wichtigem. „Kommen Sie hervor“, sprach der Unbekannte unerwartet in Richtung des Akazienstrauchs. Der Schreiberling zögerte ein wenig, machte aber einen wackeligen Schritt aus seinem Versteck und schaute voller Schuldgefühle sein Beobachtungsobjekt an.

Der Unbekannte wirkte ruhig und überlegt, ja gar aufgeklärt. Sein aufmerksamer Blick studierte den Schreiberling, der nun wieder das Vertrauen in sein Ohr flüstern hörte: „Ist schon OK, entspann dich.“ So folgte er dem Ruf des Vertrauens – und machte einen weiteren Schritt auf den Unbekannten zu, der nun irgendwie nicht mehr so fremd zu sein schien.

Die beiden setzten sich auf den kurzen Holzsteg, hängten die vom langen Weg ermüdeten und etwas verformten Füße ins warme, grünlich schimmernde Wasser hinein. Sie schauten sehnsüchtig auf den stillen See – und in die Ferne, die der große Berg vor ihrem Blick versperrte. Was wartete wohl hinter dem Berg auf sie? So verbrachten sie den Tag zusammen. Oder eine Woche? Einen Monat? Sie redeten über Gott und die Welt, über ihren Weg bis hierher, die vielen Steine im Rucksack und ihre ehemaligen Gefährten, die sie mal enttäuscht, mal verärgert, aber auch jedes Mal etwas gelehrt hatten.

Sie sprachen auch ihren Zweifel aus, ob sie jemals das Ziel hinter dem Horizont entdecken würden. Und spürten gleichzeitig Mut – und Entschlossenheit, den Berg hinaufzusteigen. Gemeinsam. Denn es fühlte sich richtig an. Und es war alles geklärt.

Das einzige, was der Schreiberling noch zu wissen brauchte, war, was der „Seelenverwandte“ zuvor in seinem Gepäck so hastig suchte? „Mein Vertrauen“, meinte der Seelenverwandte, holte seinen Fund hervor und legte ihn dem Schreiberling in den Schoss. Ein weißer, kuscheliger Wollknäuel rollte aus dem Schoss in den Rucksack des vor Glück strahlenden Schreiberlings. Er war leicht wie eine Feder, fluffig und warm – und in seinem Rucksack bestens aufgehoben.

So gingen der Schreiberling und der Seelenverwandte, Seite an Seite, den Berg hinauf. Jeder hatte sein Päckchen zu tragen, doch wurden diese von Tag zu Tag, von Monat zu Monat leichter. Und die Armeen an Steinmännchen hinter den beiden Wanderern wurden immer kleiner und niedriger. Sie passten aufeinander auf. Jedes Mal, wenn sich einer der beiden Rucksäcke verformte oder größer und schwerer wurde, halfen sie sich gegenseitig, Steine zu finden und diese zu entsorgen.

Der Anstieg schien nicht mehr so schwer. So fingen sie sogar an, den Weg zu genießen und dachten so gut wie gar nicht mehr an das Ziel hinter dem Horizont. Denn dieses schien auch nicht mehr wichtig zu sein. Weil sie schon so lange wanderten. Monate, Jahre – oder sogar Jahrzehnte? Keiner der beiden wusste es so genau. Das einzige, was nun zählte, war die gemeinsame Zeit.

Sie tankten die Wärme der Höhensonne, ließen sich immer mal wieder vom Wind die Gedanken durchkämmen und schrieben jeder an seinem Buch. In diesem fanden lauter nützliche Dinge Platz: Liebe, Vertrauen, Zuversicht, Glück, Zufriedenheit, Verantwortung, Respekt – und die unendliche Seligkeit.

Erleichtert und völlig gelassen erreichten der Schreiberling und der Seelenverwandte den Gipfel. Hier oben, auf dem freien Plateau, gab es keine Steinmännchen mehr. In seiner Mitte ragte ein Findling in den Himmel empor, mit der Aufschrift „Stein der Erkenntnis“. Nur noch ein Schritt trennte sie von dem Blick hinter den Horizont.

Sie kletterten , Hand in Hand, den Granitstein hoch, voller Erwartung, mit weit offenen Augen, den Atem anhaltend … Was sie nun zu sehen bekamen, überstieg ihre Vorstellungskraft: Hinter dem Horizont breitete sich die allumfassende Freiheit aus! Sie war so befreiend, so leicht zu begreifen, zum Einatmen bereit. So holten die beiden tief Luft, schlossen die Augen und standen in dieser leisen Stille wie eingewurzelt da. Die Freiheit strömte in ihre Seelen und füllte die Fässer ihrer Herzen randvoll mit dem goldenen Licht der Erkenntnis.

Nach einer Weile wachten sie aus ihrer gemeinsamen Euphorie auf, schauten sich tief in die Augen und setzten sich wortlos auf den Stein. Nun nahm jeder sein eigenes Buch des Lebens und schrieb exakt denselben Satz:

„Um den Berg des Lebens zu besteigen, braucht es eines leichten Gepäcks. Nur die, die auf dem Weg zum Gipfel ihren Ballast abwerfen, werden mit dem schönsten Rundum-Weitblick auf die Freiheit belohnt.“

Wer den Ballast abwirft, erreicht sein Ziel
Wer den Ballast abwirft, erreicht den Gipfel und genießt die Aussicht

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