Im Hotel Chesa Monte in Fiss

Wie zu Beginn die Seiten eines Buches weiß und leer sind, ist auch unser Glück ein unbeschriebenes Blatt. Und jeder verfasst seine bunte Geschichte vom Glücklichsein: füllt Blatt für Blatt mit fröhlichen Augenblicken, hält schöne Erinnerungen fest, malt Träume aus und gibt ihnen Raum zu wachsen. Im Hotel Chesa Monte in Fiss sammle ich Glücksmomente – für meine persönliche Story vom Glück.

Einfach glücklich sein – wirklich so einfach?

Es begann mit einem Buch, das mir im Hotel Chesa Monte im Tiroler Fiss in die Hände fiel. Nicht, dass ich gleich am ersten Tag meines Bergsommer-Wochenendes zu lesen vorhatte. Vor allem nicht bei dem herrlichen Weitblick aus unserem Wohlfühlzimmer „Bergwiese“, das ebenso in sattem Grün strahlte, wie die samtigen Hügel draußen. Doch dieses Buch zog mich magisch an. Denn es hieß „Glücklich sein verleiht Flügel“ und versprach, mich über die Gesetze des Glücklichseins „aufzuklären“.

Meine Lesestunde begann mit dem Zitat von Benjamin Franklin:

Das Glück stammt nicht so sehr aus großen Glücksfällen, die sich selten ereignen, als vielmehr aus kleinen glücklichen Umständen, die jeden Tag vorkommen.

Ich warf einen Blick auf die Bilderbuch-Landschaft draußen und spürte in mich hinein: ‚Ist das nicht einer dieser Glücksmomente, hier und jetzt zu sein? Auf dem Sonnenplateau der Tiroler Alpen den Fernblick genießen, sich an strahlend grünen Hängen und schroffen Gipfeln sattsehen – und einfach nur der Natur lauschen …‘ Es bestand kein Zweifel daran: Im Chesa Monte „zu landen“ war ein großer Glückfall.

Erster Schritt zum Glücklichsein: Einfach sein

Diesen Moment der Stille kostete ich genüsslich auf dem geräumigen Balkon aus: Augen geschlossen, Ohren, Nase und Herz weit offen. Empfangsbereit für Glücksmomente, die laut Buch hinter jeder Ecke lauern. Alpine Sonne bedeckte vorsichtig mein Gesicht mit heißen Küssen. Ein Vogelschwarm zischte mit einem grellen Piep ganz nah an mir vorbei. Es fühlte sich einfach nur gut an, den Tag in mich einzusaugen.

Erneut dachte ich ans Glücklichsein. Kann ich dieses Glücksgefühl, das ich gerade verspüre, konservieren? Und diesen Glücksmoment auf ewig in mir abspeichern – um ihn immer wieder rauszuholen, wenn der triste Alltag mal einkehrt und mich in seinen sumpfigen Trott mit reinzieht?

Glücksmomente sammeln – auf dem Weg ins Glück

Sammle einfach die Glücksmomente! Flechte daraus ein Mandala und trage es in deinem Herzen – ganz nah bei dir!“, flüsterte eine leise, aber entschlossene Stimme irgendwo in meiner Brust. Vielleicht war es meine Seele, die in diesem Augenblick nur noch beglückt und zufrieden war. Ich öffnete meine Augen und war entschlossen: nach weiteren Glücksmomenten im Chesa Monte und der Tiroler Bergwelt zu suchen und sie zu meiner persönlichen Geschichte vom Glücklichsein zusammenzufügen, in der ich noch lange nach meiner beseelten Reise nach Fiss  „blättern“ kann. Also machte ich mich auf den Weg …

Glücksmomente im Hotel Chesa Monte in Fiss

1. Glücksmoment: Menschen, die uns begegnen

Am Empfang unterhält sich Carina Winkler, die Inhaberin von Chesa Monte, mit einem Gast, der einen besonderen Ausflug plant. Diesen bekommt er natürlich organisiert. „Wir lassen uns auf die Wünsche unserer Gäste ein, ihnen darf bei uns an nichts fehlen“, verrät mir unsere Gastgeberin später im Gespräch. In ihrem, in zweiter Generation familiengeführten, Wanderhotel schreibt sie ihre eigene Geschichte übers Glück. Und diese beginnt mit dem Slogan des Hotels „Mitten im Glück“.

Ich bin neugierig und frage ihr ein Loch in den Bauch: „Was ist Glück für Sie?“ „Wir sind mitten im Dorf, umgeben von der schönen Natur und der großen Familie – das macht uns stark. Das Kleeblatt ist nicht zufällig das Symbol unseres Hauses: Seine vier Blätter stehen für unsere vier Kinder. Sie sind unser Glück. Sowie die Menschenverbindungen, die wir hier erleben – auch darauf baut das Glück auf. Wenn manche von unseren Stammgästen mal nicht kommen, vermissen wir sie. Wir sind mehr als ein Hotel. Wir sind eine Familie.“

Könnte ich mich je an einen Ort binden – außer meiner Heimat? Ich gehe durch das Haus, betrachte die liebevoll platzierten Einrichtungs-Details, streife mit meinen Fingern über die edlen Wollstoffe der Sitzmöbel, das kühle, glatte Holz der Tische … fühle wieder in mich hinein. Es ist Ruhe, die hier in der Luft schwingt – eine entspannende, friedliche Ruhe. Und Vertrautheit. 

Was ist ihr ganz persönliches Glück, möchte ich noch von Carina Winkler wissen? „Zufriedenheit mit dem, was man hat. Und dass man es schätzt und dankbar dafür ist. Das lerne ich immer wieder von unseren Gästen, wenn sie rundum glücklich unser „Haus am Berg“ wieder verlassen.“ Ein weiterer Glücksmoment flattert in meine Sammlung für meine Geschichte vom Glücklichsein.

2. Glücksmoment: Mitten im Dorf, mitten in der Natur

Meine Suche setze ich draußen fort. Die Nachmittagssonne lässt nach, und das langsam schwindende Licht bedeckt die smaragdgrünen Almwiesen mit einem schleierhaften Dunst. Welch ein Glück, mitten in der Natur zu leben! Wir gehen nur wenige Schritte hinter das Haus – und stehen direkt am Waldweg, der sich durch die hügelige Landschaft schlängelt. Sie ist vor der Haustür, zum Schnuppern und Anfassen bereit, zum Hineinlegen einladend.

Ich lasse mich nicht zweimal einladen und lege mich in die Blumenwiese, die noch die Wärme des Tages in sich birgt. Ein Abendlüftchen bringt von der Bauernalm nebenan den mir so vertrauten Duft von frischem Heu, vermischt mit einer harzigen Note des Tannenwaldes. So lag ich das letzte Mal als Kind im Kornfeld bei meiner Oma, blickte den blauen Himmel an und träumte von fernen Ländern, Meeren – und Bergen. Nun bin ich hier – mitten im Bergdorf, umgeben von Geräuschen und Düften der intakten Natur, geschützt von mächtigen Bergen. Naturverbunden und glücklich wie damals.

3. Glücksmoment: Achtsam auf den Geschmack kommen

Liebe geht durch den Magen. ‚Glück auch‘, denke ich mir, als wir abends einem Fünf-Gänge-Galadinner beiwohnen. Für viele ist es der letzte Abend im Chesa Monte. Für mich und meinen Mann – zum Glück – der erste! „Das Auge isst mit“ trifft es wohl am besten: Der Panoramablick draußen und die kunstvollen Kreationen des Chefkochs auf dem Teller ringen um meine Aufmerksamkeit. Diesmal nehme ich mir vor, statt zu schlingen, achtsam zu schmecken: Dabei verschmelzen Aromen, Konsistenz und unterschiedlichste Geschmacksnoten zu einem wahren Genuss. Das gibt das Gefühl, nicht nur satt, sondern auch wohlig-zufrieden zu sein.

Vegetarisch gefällig, spontan und ohne Vorwarnung? Kein Problem. Dem Chefkoch, der gleichzeitig auch der Ehemann von Carina Winkler ist, wird bestimmt etwas Tolles einfallen. Und schon bald serviert uns die ältere Tochter des Gastgerber-Familie – die 10-jährige Theresa – den nächsten Glücksmoment aus frischem Gemüse vom Bauern nebenan, vornehm mit zarten Gartenkräutern angerichtet und nach Sommer schmeckend.

4. Glücksmoment: Mitten in der Natur – mitten im Glück

Das Wellness-Glück im kleinen, aber feinen Alpin Refugium lasse ich heute aus: Kräutersauna & Co können bis zum Winter auf mich warten. Denn mein wahrer Glücksmoment im Sommer ist, draußen zu sein: in und mit der Natur zu leben, ihre Energie und Kraft zu spüren und zu tanken. Hier, auf der Tiroler Sonnenterrasse, ist sie noch ungezähmt. Und abwechslungsreich: von einer gemütlichen Hüttenwanderung über Sinnes- und Kraftweg bis hin zur atemberaubenden Sattel- oder Gipfeltour für geübte Wanderer. Mit unserer Gästekarte können wir heute alle Bergbahnen nutzen – und lassen uns einfach treiben, bis wir auf dem menschenleeren Fisser Höhenweg stehen.

Die Einsamkeit am Berg mit dem grandiosen Panoramablick über das Tal auf der einen Seite und die schroffen Zacken auf der anderen – das ist Glück pur! Und Freiheit, wie man sie nur in der Natur erlebt. Ich atme gierig die reine Bergluft ein, kriege nicht genug von der faszinierenden Fernsicht, spüre die Magie der Bäume – rieche mich an ihrer moosig-holzigen Rinde satt. Um mich herum kreisen bunte Schmetterlinge und stecken mit ihrer Leichtigkeit an. Wie gerne würde ich jetzt über der Almwiese flattern … Einer der Schmetterlinge landet auf meinem Bein. Ich werde still und lausche. Eine ganz besondere Melodie bringt die Luft zum Schwingen: Grillen zirpen, Bienen summen, der Wind pfeift unbekümmert und ab und an zwitschern heiter Vögel. Ich bin angekommen – in einem Glücksmoment, der für mich der größte ist. Und der nachhaltigste von allen. 

Der Fisser Höhenweg führt uns an einem kleinen Hirsch- und Greifvogel-Gehege vorbei. Ein Waldkauz starrt uns aus einem Käfig an. Wie von einem Magnet angezogen, stellen wir uns vor seinem „Zuhause“ hin. Er kommt uns ganz nah und starrt uns mit seinen schwarzen Knopfaugen an, ganz ohne Scheu – und nimmt Kontakt zu uns auf. Mit eleganten Kopfbewegungen und sanften Fuß-Griffen will er uns etwas Wichtiges mitteilen. In diesem Augenblick fühle ich eine starke Verbindung zu ihm, als würde ich einem guten alten Freund begegnen … Dieser Glücksmoment, eins mit der Natur zu sein, ist der nächste Harmonie-Gipfel für meine Seele, den ich für immer in meinem Herzen aufbewahren werde.

Glücksmomente in der intakten Fisser Natur

5. Glücksmoment: Das erste Kapitel ist fertig!

Der Höhenweg, der seinen Namen verdient hat, bringt uns bis zur Hoteltür zurück. Den erlebnisreichen Tag schließen wir auf der Dachterrasse von Chesa Monte ab: Unter dem nächtlichen Sternenhimmel verweilen wir auf großen bequemen Liegen, ganz allein in der Stille, Hand in Hand und mit dem wohligen Glücksgefühl im Herzen. Es ist Glück, dass wir uns haben – und dass wir es hier, in der freien Natur, noch einmal so lebendig spüren dürfen.

Ich gehe im Kopf meine gesammelten Glücksmomente durch und stellte fest: Das erste Kapitel meiner Geschichte vom Glücklichsein ist voll mit schönen Erlebnissen und wertvollen Inspirationen. Nun weiß ich, wie einfach das ist, glücklich zu sein. „Achte darauf, was deine Seele fliegen lässt. Schaue auf das Gute und Schöne – das ist dein Rezept zum Glücklichsein“, meldet sich erneut eine leise Stimme in mir.   

Kurz bevor ich einschlafe, schlage ich erneut das Buch vom Glück auf: Das Zitat von Mahatma Gandhi ist meine letzte Botschaft im Hotel Chesa Monte im schönen Fiss:

Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt.

Diese Veränderung spüre ich bereits: Glücksmomente sammeln und dafür dankbar sein macht zufrieden. Und führt zum Seelenfrieden. Solche erfüllenden Augenblicke sind immer da: in uns und um uns herum. Sie wollen nur von uns entdeckt und zu einer persönlichen Geschichte vom Glücklichsein zusammengefügt werden.  

Reisekooperation: Vielen Dank an das Hotel Chesa Monte für die Einladung und die vielen Inspirationen fürs Glücklichsein!

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