Renata Mierzejewska über die Rückkehr der Weiblichkeit – Interview Teil 2

Auf der Suche nach deiner weiblichen Urkraft? Frauenkreisleiterin Renata Mierzejewska begleitet dich auf deiner mystischen Reise. Du lernst, wie du dich mit deiner Weiblichkeit verbindest und deine Schoßraum-Heilung aktivierst. Um voll und ganz Frau zu sein.

Das tiefste Bedürfnis einer Frau ist zu dienen: aus der Kraft, nicht aus der Unterwürfigkeit.

Renata Mierzejewska

Im ersten Teil des Interviews mit Frauenkreisleiterin Renata Mierzejewska sind wir der Frage nachgegangen, was Weiblichkeit eigentlich ist. Nun laden wir dich ein, deine weibliche Urkraft zu aktivieren. Du wirst den mystischen Weg der Schoßraum-Heilung betreten, um dich selbst lieben zu lernen: als Frau, die ein tiefes Bedürfnis hat, in ihre wahre Kraft zu kommen.

Die Suche nach der Weiblichen urkraft: von der Spaltung zur Verbundenheit

Wann und warum ist die Weiblichkeit „verlorengegangen“?

Da gibt es mehrere Ansätze, die mir plausibel erscheinen. Einerseits gibt es viele geschichtliche Momente, in denen Angst vor und die Ablehnung der Frau entstanden sind. „Female Pleasure“ ist ein guter Film darüber, wie alle existierenden Religionen eine gewisse Feindseligkeit der Weiblichkeit gegenüber ausdrücken. Auf der anderen Seite kann ich es mir vorstellen, dass wir Frauen auf der Seelenebene die Erfahrung machen wollten, wie es sich anfühlt, aus dem Yin-Yang-Gleichgewicht zu kommen.

Historisch gesehen hat irgendwann eine Art Kreuzzug gegen die Frauen begonnen. Doch dafür Männer zu Sündenböcken zu machen, bringt noch mehr Trennung – darum gefällt mir diese Vorstellung nicht. Denkbar ist, dass eine Kraft kam, die eine Spaltung in uns und zwischen uns vollbringen wollte. Und in dem Moment, als diese Spaltung entstand, nistete sich diese Kraft darin ein und entwickelte ihr eigenes Leben. So ist es auch, wenn du etwas ins Unterbewusstsein schiebst: Es entsteht ein Raum, in dem die Sachen anfangen, sich toxisch zu entwickeln.

So glaube ich, dass wir durch die Verletzungen zwischen Mann und Frau solche Räume erschaffen haben. Und diese Kräfte haben sich dann verselbständigt und leben nun von unserer Spaltung. Diese spüren wir gerade überall auf der Welt: zwischen Mann und Frau, zwischen Menschen und Erde, zwischen den Meinungen. Das möchte ich nicht unterstützen – denn jeder von uns trägt von Geburt an eine „Perle“. Ich wünsche mir, dass wir unsere Perlen zu einer wunderschönen Kette verbinden, statt darüber zu streiten, welche Perle die schönste ist. Denn genau das verursacht noch mehr Trennung – und das auf allen Ebenen.

Warum kehrt die weibliche Urkraft ausgerechnet jetzt zurück?

Intuitiv spüren wir, dass wir gerade unsere Mutter Erde „umbringen“. Und dass wir Frauen, wenn wir uns miteinander verbinden, sie retten können. Dazu haben wir eine besondere Fähigkeit: unsere Erdverbundenheit. Daraus holen wir uns gleichzeitig unsere weibliche Urkraft zurück. Aber bevor wir die Welt retten :-), müssen wir uns um uns selbst kümmern – unseren Schoßraum heilen und unsere Weiblichkeit stärken.

Zurück zur weiblichen Urkraft: Die ersten Schritte über die Schoßraum-Heilung

Um in die weibliche Urkraft zu kommen, musst du deine Schoßraum-Heilung aktivieren.
Erdverbunden, dankbar und wertschätzend: Diese Werkzeuge helfen dir, deine Schoßraum-Heilung zu aktivieren und dich mit deiner weiblichen Urkraft zu verbinden.

Wie erlangen wir unsere weibliche Urkraft zurück?

Unsere Gebärmutter hat ein Bewusstsein, eine Seele, eine Kraft. Wenn du mit ihr verbunden bist, trägt sie dich durchs Leben.

Der erste Schritt in die Weiblichkeit geht über deinen Körper: Egal welchen Weg du gehst – um die Präsenz und die Verankerung in deinem weiblichen Körper kommst nicht herum. Leider erleben wir auch hier eine immense Trennung. Denn meistens beschäftigen wir uns mit Sachen, die unser Kopf erfassen kann. Weiblichkeit ist jedoch „unfassbar“, mystisch und magisch.

Unserer Weiblichkeit und unserem Körper können wir uns beispielsweise über unseren Monatszyklus annähern. Denn er ist nichts anderes als eine gekonnte Bewegung zwischen Sichtbarem und Unsichtbarem; zwischen der Welt da draußen (Mond) und der Welt innen (unser Eisprung). Auch hier erleben wir oft eine Trennung.

So wurde unsere Gebärmutter zu einem physischen Organ erklärt, nur aufs Gebären reduziert. Und sogar als Organ wird die Gebärmutter oft als funktionstüchtig in Frage gestellt. Dabei hat unsere Gebärmutter ein Bewusstsein, eine Seele, eine magische Kraft. Wenn du mit deinem Schoßraum verbunden bist, trägt er dich durchs Leben. Und du erlebst keine Zusammenbrüche mehr – du erlebst „Durchbrüche“ zu dir selbst. Denn unsere Gebärmutter ist eine tragende, nährende Kraft; ein Organ, das in der Lage ist, sich in einen physischen Körper einzuweben.

Wie eine Weberin verwebt dein Schoßraum Seele und Körper. Doch oft spüren wir uns „da unten“, als Töchter des Patriarchats, leider kaum noch. Die meisten Frauen klagen sogar über die nicht erfüllte Sexualität, über Taubheit oder Schmerzen. So verbinden wir unseren Schoßraum selten mit Lust und Kraft.

Verletzte Weiblichkeit durch die Kraft des Schoßraums heilen

Wie verbinde ich mich mit meinem Schoßraum – und wie aktiviere ich meine Schoßraum-Heilung?

Es gibt in der Tat ein paar Werkzeuge, die dir helfen, dich mit deinem Schoßraum und deiner Weiblichkeit zu verbinden. Das eine davon ist eine tiefe Wertschätzung – dir selbst und deinem Schoßraum gegenüber. Denn damit, was du wertschätzt, gehst du anders um. Das andere Werkzeug ist Dankbarkeit. Diese zwei Instrumente öffnen dir alle Türen und machen das Unlebendige wieder lebendig.

Doch auch eine liebevolle Berührung deines Schoßraums gehört dazu. Diese bringt Dinge an die Oberfläche, die zur Taubheit oder zum Schmerz geführt haben. Wenn du also anfängst, deinen Schoßraum zu bewegen, zu halten und zu berühren – und das bewusst zu machen –, dann kommen all die Themen hoch, die deine Unspürigkeit verursacht und dich von deinem Schoßraum getrennt haben. Gleichzeitig kommt aber auch die unwahrscheinlich große Lebensfreude hoch, wenn du deinen Schoßraum wieder wahrnehmen, ihn spüren kannst.

Um deine Schoßraum-Heilung zu aktivieren, kannst du regelmäßig Folgendes tun:

      • verlangsame dein Tempo,
      • schicke deine Aufmerksamkeit zu deinem Schoßraum,
      • lege deine Hände auf,
      • tanze,
      • bewege deine Hüften,
      • trage weite Röcke – denn so kann dein Schoßraum verstärkt die Energie der Mutter Erde in sich aufsaugen. Hosen hingegen schneiden dich von dieser Energiequelle ab, engen dich und deine weibliche Urkraft ein.

Wann kann ich meine weibliche Urkraft besonders intensiv spüren?

Unser Monatszyklus ist eine sehr kraftvolle Pforte zur Weiblichkeit. Denn in der Zeit des Blutens ist deine Gebärmutter sehr weit offen und sehr empfindlich. So ist es auch unwahrscheinlich leicht, in dieser Zeit deine weibliche Urkraft zu spüren. Darum: Nimm dir Zeit zu entspannen, werde langsamer – und du wirst deine eigenen Bedürfnisse spüren. Zudem kannst du dich in dieser Verlangsamung viel besser mit den Zyklen der Natur und deinen eigenen Zyklen verbinden.

Gibt es Rituale, die mich mit meinem Schoßraum verbinden?

Das Buch „Wild Power: Dein Zyklus als Quelle weiblicher Kraft“ von Alexandra Pope hat mich gelehrt, meinen Zyklus bewusst wahrzunehmen und mich mit meinem Schoßraum zu verbinden. Probiere beispielsweise dieses alte Ritual aus:

      • Nimm dir ein halbes Jahr lang Zeit, um deinem Zyklus Achtsamkeit zu schenken.
      • Lege deine Hände für mindestens eine halbe Stunde in den Schoss, während du blutest.
      • Sammle dein Blut ein, zum Beispiel mit einem Kautschuk-Kelch, und trage es zur Mutter Erde. So informierst du sie über deine Sehnsucht, deine Wünsche – und darüber, welche spirituellen Kinder du gebären möchtest.

Dieses Ritual verbindet dich auch mit der Mutter Erde. Denn Weiblichkeit bedeutet Erdverbundenheit. Daraus entwickelst du eine unglaubliche Kraft – deine weibliche Urkraft.

Meditation ist zwar auch ein gutes Instrument, um dich mit deinem Schoßraum zu verbinden. Aber sie spielt sich mehr im Geiste ab – gerade durch unsere Fantasie. Unsere Kraft liegt jedoch in unserem physischen Körper: Weil wir empfangen, mit unseren Brüsten die Kinder ernähren. Das Weibliche bejaht den Körper ganzheitlich.

Weiblichkeit ausstrahlen und leben

Jede Frau trägt ihre eigene weibliche Essenz, ihre Medizin in sich.

Wie tritt eine Frau auf, die Weiblichkeit ausstrahlt?

Ein spirituelles Superwoman-Bild gibt es nicht. Eine weibliche Frau ist

      • sehr mutig, offen und transparent;
      • sehr präsent, „sichtbar“: sie strahlt Kraft, Tiefe und Lebensfreude aus – so intensiv, dass sie Blicke auf sich zieht;
      • empathisch: Sie nimmt Gefühle anderer wahr und kann sofort mit ihnen „mitfließen“.

Eine Frau, die Ihre Weiblichkeit lebt, lebt das gesamte Spektrum: Sie steht zu ihren Gefühlen – darum weint sie ihre Tränen und lacht ihr Lachen. Sie liebt ihren Körper bedingungslos, nimmt ihn so an, wie er ist – und ist dankbar, dass er ihr seit vielen Jahren dient. Sie verbindet sich leicht – so lehnt sie andere Frauen nicht ab, auch wenn sie um die Kraft der Verletzung weiß. Und ganz wichtig: Jede Frau trägt ihre eigene weibliche Essenz, ihre Medizin in sich. Diese wandelt mit verschiedenen Lebenszyklen: von einer Lichtkriegerin über die sinnliche Künstlerin und Priesterin bis hin zur Schamanin und Hebamme.

Wie schaffe ich als Frau, ganz nah an mir, an meiner weiblichen Urkraft zu leben?

Eine in die Weiblichkeit erwachte Frau sollte ihre Spiritualität viel stärker am Alltag und an ihrem Körper orientieren. So frage dich jeden Morgen:

      • Was brauche ich heute wirklich?
      • Wonach sehnen sich mein Körper und meine Seele?

Folge anschließend deiner Sehnsucht und mache das, was dich gerade begeistert – auch das ist eine Pforte zu deiner weiblichen Urkraft. Denn: Wenn du deiner Leidenschaft, deiner Inspirationsquelle folgst, erhältst du viel Lebensenergie. Also bleibe dir treu – und sei dir sicher, dass in dir alles bereits angelegt ist. Du musst es nur spüren und an die Oberfläche holen.

Das alles hilft dir, ganz nah bei dir und in deiner weiblichen Urkraft zu bleiben. Du bist dabei mit der Quelle des Seins verbunden und – und deine Weiblichkeit darf endlich fließen.

Frauenkreis – der archaische Weg in die Schoßraum-Heilung

Wenn du mit deinem Schoßraum verbindest, erlebst keine Zusammenbrüche mehr – sondern „Durchbrüche“ zu dir selbst.
„Das tiefste Bedürfnis einer Frau ist zu dienen: aus der Kraft, nicht aus der Unterwürfigkeit.“ ©Renata Mierzejewska

Wie facettenreich die Weiblichkeit selbst ist, sind auch die Wege in die Schoßraum-Heilung und in die Weiblichkeit individuell. Darum frage dich: Was verwurzelt dich persönlich in diesem Raum der Weiblichkeit? Es ist sicherlich hilfreich, diesen Raum mal in einem Frauenkreis zu spüren. Das war auch mein Weg – der archaische, alte Weg. Mit anderen Frauen zusammenkommen und sich gegenseitig Zuwendung schenken ist bereits sehr weiblich – und sehr heilend. Und das verbindet dich noch tiefer mit dir selbst und mit deiner weiblichen Urkraft.

Danke, liebe Renata, für dieses inspirierende Interview!

© Titelbild: Renata Mierzejewska