Life Coach Sarah Desai im Interview: Über das Glück, dem Herzen zu folgen

Negative Glaubenssätze und alte Verhaltensmuster hindern uns daran, selbstbestimmt zu leben. Wie wir die Mauern des inneren Gefängnisses durchbrechen und unsere Berufung finden, verrät Life Coach Sarah Desai im Soul Tales-Interview.

Darum können viele von uns diese junge Strahle-Frau beneiden: Sarah Desai hat es geschafft, ein Leben zu leben, das sie leben möchte. Selbstbestimmt. Frei. Wohl auch nicht ohne Tiefen, doch mit vielen Höhenflügen gesegnet. Wie sie es geschafft hat? Mit einer guten Portion Mumm, sichere Pfade zu verlassen und neue Wege zu suchen. Dank jeder Menge Geduld, ihrer inneren Stimme zuzuhören – und mit Feingefühl, diese zu verstehen. Um schlussendlich ihre Bestimmung zu finden und bei sich selbst anzukommen.

In meinen Augen ist Sarah Desai eine von denen, über die man sagt: „Die Glückliche! Sie hat ihre Berufung zum Beruf gemacht. Denn sie weiß, was sie will.“ Bevor ich darauf komme, was sie will, möchte ich erwähnen, wer sie ist. Mutter. Life Coach mit Leib und Seele. Und eine talentierte Autorin, die ihr Wissen weitergeben kann: eingehend und nachhaltig.

Nun ja, was will Sarah Desai eigentlich? Möglichst vielen von uns den Seelenweg und somit den Weg zum erfüllten, selbstbestimmten Leben zeigen. Sanft und ohne erhobenen Zeigefinger. Mit allen notwendigen Tools aus Psychologie und Coaching. Und mit viel Empathie und Verständnis  für die verletzliche, starke, oft kindliche, doch meist sehr weise menschliche Seele. Dank dieser Eigenschaften gehört sie zu denjenigen, die ich Soul People nenne – die Seelenmenschen, die anderen helfen, sich selbst zu finden.

Wie das Schritt für Schritt geht, vermittelt Sarah in ihren Life Coachings, im Podcast The Mindful Sessions und in ihrem Debüt-Werk: dem Ratgeber für ein selbstbestimmtes Leben. Mit „Leb das Leben, das du leben willst“ ruft sie uns zu mehr Soulpower und Mut auf, dem Herzen zu folgen. Dieses Buch fiel mir neulich in einem besonderen Hotel in Tirol quasi in den Schoss – und brachte mich auf den Weg der Kontemplation. Es machte mich neugierig auf mehr: mehr Sarah Desai, mehr Wissen darüber, wie wir lernen, selbstbestimmt zu leben. Daher habe ich sie zum Interview eingeladen.

Wie sich ein selbstbestimmtes Leben anfühlt

Ich war noch nie so frei wie heute.

Liebe Sarah, welches Gefühl macht den Tag für dich zu einem gelungenen Tag?

Das Gefühl, etwas bewirkt zu haben. Im Leben von anderen Menschen, dem meiner Familie – und natürlich auch in meinem eigenen. Das muss nichts Großes sein. Oft sind es die kleinen Gesten, die einen Unterschied machen.

Selbstbestimmt leben: Wie schaffst du das? Welche Meilensteine gab es auf dem Weg dahin?

Ich kann jeden Tag sagen: „Ich war noch nie so frei wie heute.“ Und genau das ist das Leben, das ich leben will. Der Weg dahin war stetige Veränderung. Beruflich und privat. Damit ich auch in Zukunft selbstbestimmt leben kann, muss ich mir kontinuierlich den Raum geben, mich immer wieder verändern zu können. Das ist mein Schlüssel zur Selbstbestimmung!

Was bewegte dich, ein Buch mit dem Titel „Leb das Leben, das du leben willst“ zu schreiben?

Wir Menschen tendieren dazu, uns in eine Art inneres Gefängnis einzusperren, dessen Mauern aus solchen negativen Glaubenssätzen gebaut sind wie:

  • „Ich genüge nicht“,
  • „Ich kann das nicht“,
  • „Ich muss mich ganz besonders anstrengen, um geliebt zu werden“
  • „Ich gehöre nicht dazu“.

Solche Dogmen lassen nicht zu, dass wir nach unserem freien Willen handeln. Eher sind unser Leben und unser Tun geprägt von diesen Gedanken. Mein Buch soll den Leserinnen und Lesern den Weg aus diesem inneren Gefängnis heraus zeigen, hin zu ihrem freien Willen und dem selbstbestimmten Leben – dem Leben also, das sie wirklich leben wollen.

Wie hilft dein Buch deiner Leserschaft, selbstbestimmt leben zu lernen?

In diesem Buch begleite ich euch, meine Leserschaft, auf eine inspirierende Reise zu sich selbst: von der eigenen Vergangenheit über die gegenwärtige Situation bis hin zu zukünftigen Zielen. Schritt für Schritt söhnt ihr euch mit eurem inneren Kind aus und lernt, mit euren Gedanken und Emotionen achtsam zu sein, diese positiv zu beeinflussen – auf dem Weg in die Zukunft, wie ihr sie euch wünscht.

Zudem findet ihr zahlreiche heilende Meditationen, kurze Achtsamkeitsübungen sowie konkrete Coaching-Tipps. All das hilft, sich selbst in einem anderen Licht zu sehen – und das ist ein großer Schritt in Richtung Freiheit und Selbstbestimmung.

Apropos Selbstbestimmung: Was bedeutet für dich persönlich dieses Wort?

Selbstbestimmung bedeutet für mich, mein Glück selbst in die Hand zu nehmen. Wir meinen oft, unsere Außenwelt wäre dafür verantwortlich, wie glücklich wir sind. In Wahrheit sind aber nur 10 % unseres Langzeitglücks abhängig von unserer Außenwelt. Weitere 50 % resultieren aus genetischen Faktoren. Damit bleiben ganze 40 % übrig, um unser Glücksempfinden hier und jetzt völlig frei zu gestalten. Wie wir das letztendlich machen, hängt maßgeblich davon ab, wie wir unsere Außenwelt wahrnehmen, sie bewerten und mit ihr umgehen.

Selbstbestimmt leben lernen: So geht’s

Die größte Herausforderung ist, alte Muster zu überwinden und das negative Selbstbild zu transformieren.

Wenn wir selbstbestimmt leben, gewinnen wir in Form von persönlichem Wachstum.
Wer ein selbstbestimmtes Leben führt, wächst und entfaltet seine Persönlichkeit.

Können wir in einem System überhaupt selbstbestimmt leben – und wenn ja, wie gelingt es uns am besten?

Ja, das können wir. Wir haben das große Privileg, auf einem Fleck dieser Erde zu leben, auf dem wir uns entfalten können, frei von Staat und Gewalt. Der erste Schritt zu einem selbstbestimmten Leben ist, aufmerksam, ja achtsam zu sein:

  • für unsere Werte, Wünsche und Bedürfnisse – also unseren wahren Willen;
  • für all das, was uns davon abhält, nach unserem wahren Willen zu leben. Hierzu gehören negative Glaubenssätze, Konditionierungen und aus ihnen resultierende Verhaltensmuster.

Unsere negativen Glaubenssätze haben ihren Ursprung in unserer Vergangenheit, die wir aber bis heute mit uns herumtragen und uns immer und immer wieder rezitieren. Da manche Muster sehr tief sitzen, ist die größte Herausforderung dabei, diese zu überwinden und das negative Selbstbild zu transformieren. Ein möglicher Ansatzpunkt, um negative Glaubenssätze aufzulösen, ist die Arbeit mit dem inneren Kind.

Was ist die schönste Belohnung, die mich erwartet, wenn ich es geschafft habe?

Wenn wir ein selbstbestimmtes Leben führen, dann gewinnen wir. Und zwar in Form von persönlichem Wachstum und individueller Entfaltung. Das bedeutet nicht, dass es keine Probleme oder auch schwere Zeiten mehr gibt. Aber im Großen und Ganzen bereichert es unser Dasein vielfach.

Eigene Berufung finden

Bestimmung ist etwas zum Anfassen. Etwas, was wir jeden Tag leben können.

Um ein Leben zu leben, das ich leben will, müsste ich wissen, was ich wirklich will, was mein besonderes Talent ist. Aber wie finde ich meine Berufung?

Das ist ein Prozess, der damit beginnt, die eigene Aufmerksamkeit zu schärfen: für die eigenen Wünsche, Bedürfnisse und inneren Anteile. Diverse Techniken und Methoden aus dem Life Coaching, durch die ich in meinem Buch führe, können dabei unterstützen.

Auch diese Folge in meinem The Mindful Sessions Podcast hilft dir, herauszufinden, was du wirklich willst:

Woher weiß ich, dass das, was ich lebe, auch wirklich meine Bestimmung ist?

Blicke immer wieder mit offenen Augen nach innen und spüre mit einem offenen Herzen nach: Wie fühlt sich das an, was ich gerade tue?

Wie hast du deine Bestimmung gefunden?

Indem ich meine Bestimmung zu etwas sehr Konkretem gemacht habe: zu meinem Alltag, meinem Beruf. Oft ist Bestimmung eine Art Fluchtgedanke oder eine weiße Leinwand, auf die wir all unsere Sehnsüchte projizieren. Das bringt uns aber nichts, außer dass es die Unzufriedenheit im Hier und Jetzt steigert und die Bestimmung unerreichbar scheint. Bestimmung ist aber etwas sehr Konkretes. Etwas zum Anfassen. Etwas, was wir jeden Tag leben können.

Was hat dir dabei geholfen, ein selbstbestimmtes Leben in Einklang mit deiner Berufung zu leben?

Ganz einfach: Jede Bestimmung ist wertlos, wenn wir sie nicht umsetzen. Es geht also weniger um die Bestimmung, sondern um das, was wir jeden Tag tun. Ich versuche schlicht und einfach, so viel wie möglich das zu tun, was meinen inneren Werten entspricht.

Mit Achtsamkeit und Meditation in ein selbstbestimmtes Leben

Nur wenn ich mich selbst kenne, kann ich auch in meinem Sinne durch mein Leben navigieren.

Was bedeutet für dich Spiritualität und welche Rolle spielt sie, nebst Meditation und Achtsamkeit, für ein selbstbestimmtes Leben?

Spiritualität ist die Kontaktstelle zu etwas Größerem. Diese finden wir in uns selbst. Es ist die Verbindung zu „mehr“. Und das Wissen: Ich bin nicht allein.

All diese Lehren sind auf dem Weg in ein selbstbestimmtes Leben entscheidend. Denn sie zielen darauf ab, das eigene Bewusstsein zu erweitern – oder einfacher gesagt: uns selbst besser kennenzulernen. Nur wenn ich mich selbst kenne, kann ich auch in meinem Sinne durch mein Leben navigieren. Und nur wenn ich mich selbst kenne, kann ich auch erkennen, wie ich mir manchmal selbst im Weg stehe. So kann ich das ändern, um dann weiter auf dem Weg der Selbstbestimmung zu gehen.

Welches Gefühl trägt dich durchs Leben und warum?

Neugierde. Weil ich Schülerin des Lebens bin und bleibe.

Herzlichen Dank an Sarah Desai für das Interview!

Titelbild: Sarah Desai / © Julian Mathieu