Warum sie es sind und wie sie dich auf deinem Lebensweg begleiten: Christel Ströbel im Interview – Teil 2

Was kommt dir in den Sinn, wenn ich dich frage: „Sind Pflanzen Lebewesen?“ Wenn du deiner Intuition traust, kommt sicher ein „Ja“ als Antwort. Wenn du skeptisch deine Augenbrauen hochziehst, dann lies bitte dieses Interview mit der Kräuterfrau Christel Ströbel. Spätestens dann wirst du neugierig auf eine Wiese laufen, um hinzufühlen und den Pflanzenseelen zu horchen …

Warum ich glaube, dass Pflanzen Lebewesen sind: ein Vorwort

Meine Finger berühren etwas Samtiges, Weiches. Ich spüre die filigranen Konturen und nehme die zarte Beweglichkeit wahr: Es reagiert auf meine Berührung! Ein sanfter, süßlicher Duft steigt in meine Nase. Eine Streicheleinheit, eine zweite – meine Sinne bekommen nicht genug davon. Mein Herz ist weit offen: Wohligkeit breitet sich in mir aus … Eine Wonne, die mich tief in meiner Seele erweicht und entspannt.

„Ich sehe dich, ich fühle dich – fühlst du mich auch?“, möchte ich flüstern, traue mich jedoch nicht. Denn ich habe Angst, die Antwort zu überhören oder sie nicht zu verstehen. So schweige ich und fühle hin … Was ich wahrnehme, ist, dass ich mit einem Lebewesen verbunden bin. Mit einer Pflanze, die mich auf eine besondere Art verzaubert: der zart besaiteten Mimose. Dann geschieht etwas Magisches, ganz ohne mein Zutun:

Sei du sanft zu dir selbst. Übergehe deine Gefühle nicht: Achte auf sie – und auf dich,

erklingt es in meinem Kopf. In diesem Moment wird es mir klar, dass es die Antwort der Mimose auf meine Zuwendung ist. Dieses Erlebnis lässt mich keine Sekunde daran zweifeln: Pflanzen SIND Lebewesen. Denn ein menschliches Herz auf diese Art zu berühren und zu öffnen kann nur etwas, was voller lebendiger Kraft ist.

Und doch stelle ich Christel Ströbel, einer Kräuterfrau aus Baden-Württemberg, eine Frage, die vielleicht auch dich bewegt: „Sind Pflanzen Lebewesen?“ Weil mein Kopf mal wieder nach Beweisen verlangt … So versuchen wir in diesem Teil unseres Interviews, eine Antwort zu finden, die keinen Zweifel mehr übriglässt, dass Pflanzen Wesen voller Leben sind. Dass sie Lebewesen wie du und ich – und treue Begleiter nicht nur für unseren Körper – sind. Denn sie sind in der Lage, uns Botschaften unserer Seele zu überbringen. Wenn wir nur lernen, mit Pflanzen zu reden und ihre universelle Sprache zu verstehen.

Sind Pflanzen Lebewesen?

Menschen und Pflanzen sind als Lebewesen gemeinsam ein Teil all dessen, was die Erde ausmacht.

Was macht Pflanzen zu Lebewesen?

Das ist eine sehr spannende Frage, die mich dazu anregt, darüber nachzudenken, was ein Lebewesen überhaupt ist? Ein lebendes Wesen: Als erstes denkt man hier an Menschen und Tiere, weil sie:

      • sich bewegen und ernähren,
      • miteinander und mit anderen Lebewesen kommunizieren,
      • sich fortpflanzen,
      • auf Reize reagieren und
      • sich im Laufe des Lebens entwickeln.

Aber eine Pflanze – sie steht nur da, möchte man meinen. Wir sehen nicht, dass sie atmet, dass ihr Herz schlägt, dass sie sich von A nach B bewegt oder sich ernährt. Trotzdem tut sie das alles – darum ist diese immense Pflanzenvielfalt da; überall ist Leben!

Und noch sind Pflanzen Lebewesen für mich, weil auch sie Körper, Geist und Seele haben – nur dass diese eine andere Gestalt als wir oder als Tiere annehmen. Pflanzen atmen, aber anders. Sie nehmen Nahrung aus der Erde. Sie scheiden aus, was bei manchen Pflanzen sogar ganz deutlich zu sehen ist: wie beim Frauenmantel, wenn er in den Morgenstunden einen wunderbaren Kranz aus Wassertröpfchen um sein Blatt herum bildet. So nimmt diese Pflanze das Wasser der Erde auf, verstoffwechselt es durch ihren Körper und leitet es wieder aus. Das ist magisch. Das ist faszinierend. Das ist es, warum ich sage, dass Pflanzen Lebewesen sind.

Was haben Menschen und Pflanzen als Lebewesen gemeinsam?

Wir sind gemeinsam hier auf der Erde. Wir sind gemeinsam ein Teil all dessen, was die Erde ausmacht. Und wir nähren andere Lebewesen durch unser Sein.

Wenn wir von Körper und Seele einer Pflanze sprechen: Welche Bedeutung haben sie im Einzelnen für uns Menschen?

Der Pflanzenkörper ist genauso wie unser eigener Körper sichtbar: Er ist stofflich und ich kann ihn anfassen. Dieser Pflanzenkörper enthält all die Nährstoffe, die wiederum unseren Körper nähren und ihn sogar heilen können. Und die Pflanzenseelen berühren unsere Seele. Das passiert von allein, wenn du über die Wiese gehst. So fühlst du dich auf einmal frei und erfüllt. Der Brust- und Bauchraum werden weiter, und alles ist aufs Wahrnehmen eingestellt. In diesem Moment verändert sich vieles in deinem Körper. Aber in erster Linie ist es die Kommunikation zwischen deiner Seele und den Pflanzenseelen. Auch hier schwingt das Gefühl mit, sich gegenseitig zu erkennen. Denn unsere Seelen wissen längst, dass wir hier zusammen auf der Erde sind.

Wenn sich deine Seele mit einer Pflanzenseele verbindet …

Pflanzenwesen holen dich da ab, wo du gerade stehst, und bringen dich dorthin, wo du hin möchtest: auf deinen Wachstumsweg.

Wie fühlt sich die Seelenkommunikation mit einem Pflanzenwesen an?

Am deutlichsten spüre ich das, wenn ich gerade in tiefen Prozessen stecke und mit etwas gar nicht zurechtkomme. Wenn ich mich in so einem Zustand auf eine Wiese setze, merke ich, wie ich auf einmal tiefer durchatmen kann. In dem Moment, in dem ich so eng in Kontakt mit der Erde bin – sei’s auf einer Wiese oder an einem Baum –, spüre ich, wie sich alles in mir beruhigt. Denn die Pflanzen haben die Fähigkeit, mich auf eine sehr subtile, liebevolle Art zu „reinigen“. Und sie tun das einfach, ohne dass ich sie lange darum bitten muss. So kann es passieren, dass dir die Tränen fließen – genau das ist die Seelenkommunikation, die Berührung unserer Seelen.

Was passiert in mir, wenn ich mich auf der Seelenebene mit einem Pflanzen-Lebewesen verbinde?

Auf der seelischen Ebene handeln die Pflanzen proaktiv. Sie holen dich da ab, wo du gerade stehst, und bringen dich dorthin, wo du hin möchtest: auf deinen Wachstumsweg. So sind Pflanzenwesen fähig, in dir genau das zu berühren, was gerade an der Oberfläche ist. Um diese äußere Schichte abzuschälen – damit das, was drunter verborgen liegt, hervorkommen kann. So kann etwas, was du verdrängt oder nicht gesehen hast, auf einmal spürbar, ja greifbar werden.

Wenn ich beispielsweise in tiefer Trauer auf eine Wiese gehe, nehmen es die Pflanzen in meiner Umgebung wahr und legen eine Art Schutzmantel um mich herum. Damit ich mich dieser Trauer hingeben kann, in diesem eindeutigen Gefühl, angenommen zu sein, wie ich bin. Ich muss mich nicht verstellen oder anstrengen. Ich darf hier sein und einfach mal weinen und loslassen. Beim Loslassen der angeschauten Gefühle kommt so viel ins Fließen. Die Mutter Erde nimmt es einfach auf und transformiert es. Das ist Magie pur!

Wie wirkt der Kontakt mit einem Pflanzen-Lebewesen auf meinen Körper und meine Psyche?

Du berührst eine Pflanze, schaust sie an, riechst an ihr – und du merkst, dass eure Verbindung immer enger wird. Und meistens passiert in diesem Moment etwas, eine Veränderung in dir. Wenn du zum Beispiel vorher einen grummeligen Magen hattest, merkst du, dass sich alles in dir entspannt. Waren deine Gedanken oder dein Herz vorher beengt, weiten sie sich und du kannst wieder aufatmen. Das sind bereits Botschaften der Pflanze, die dir sagt: „Hey, entspann dich, genieß das Leben, ich bin doch da. Du musst dich nicht alleine um alles kümmern. Ich begleite dich.“

Solche Gedanken musst du natürlich erst einmal zulassen. Hier steht uns oft die Meinung im Wege, dass wir die Hilfe gar nicht annehmen wollen oder können. In solchen alten Konditionierungen sind wir oft verhaftet. Doch auch diese kann uns so eine Pflanzenbegegnung aufzeigen

Sind Pflanzen Lebewesen? Die Antwort kennst du bereits rein intuitiv.
Darum sind Pflanzen Lebewesen: Sie haben Körper, Geist und Seele und können sich mit uns verbinden; © Denise B / unsplash.com

Wie Pfalzen als Lebewesen uns auf unserem Wachstumsweg helfen

Pflanzen lehren uns, im Hier und Jetzt zu leben und schenken uns Klarheit und Lebensstruktur.

Was können wir von Pflanzen als Lebewesen lernen?

      • Das eine ist, im Hier und Jetzt zu sein. Sich nicht mit der Vergangenheit oder der Zukunft zu beschäftigen, sondern im Augenblick zu verweilen, präsent zu sein: JETZT scheint die Sonne; JETZT kommt ein Schmetterling; JETZT setzt er sich auf eine Blüte. Denn Pflanzen überlegen nicht: „Oh Gott, hoffentlich kommen heute genug Bienen, damit ich meine Blüten bestäuben kann.“ So leben Pflanzen als Lebewesen in absoluter Fülle und geben alles, was geht. Sie kalkulieren nicht. Sie verschenken sich an andere Lebewesen, aber auch an sich selbst. Anders ist es bei uns Menschen. Auch wenn ich den Verstand für ein großes Geschenk des Universums halte, bringt er uns oft eben aus diesem Hier und Jetzt heraus.
      • Das andere ist, dass jede Pflanze gut für sich sorgt, indem sie sich einfach in erster Reihe hinstellt und wächst. Sie nimmt ihren Platz ein, sie nimmt ihren Raum ein. Doch Pflanzen schenken sich auch gegenseitig diesen Raum. Wenn ein Kraut in unseren Augen alles „überwuchert“, schimpfen wie es als „Unkraut“: wie der Giersch zum Beispiel. Dabei sind es nur unsere Kontrollgedanken und unsere Ängste, die uns auf dieses Urteil bringen. Und die Natur regelt es von allein – hier hat jede Pflanze ihren Platz und ihre Daseinsberechtigung.
      • Außerdem haben Pflanzen eine ganz klare Struktur in sich. Sie tragen Lebensenergie in sich. Diese Lebensenergie haben wir in uns natürlich auch. Doch oft wird der Energiefluss von schmerzhaften Erfahrungen und Ängsten behindert oder gestoppt. Oder es läuft in die falsche Richtung, bis sich eine Krankheit manifestiert. Da Pflanzen so etwas nicht haben, schenken sie uns immer diese Klarheit und diese Lebensstruktur. Denn jede Pflanze trägt den göttlichen Lebensplan in sich – genauso wie wir. Nur wird bei der Pflanze dieser Lebensplan nicht durch irgendwelche Erlebnisse verschüttet, sondern ist lebendig. Und auch da kann uns eine Pflanze daran erinnern, uns wieder mit dem Lebensstrom der Erde, mit dem Lebensstrom des Universums und mit der Quelle zu verbinden. Sie kann uns jeden Tag daran erinnern:

Du bist ein Teil vom Ganzen. Und alles ist da, damit es dir gut geht.

Wie verändern Pflanzenwesen unser Leben?

Die Pflanzen bringen uns zu uns selbst zurück. Sie bringen uns dazu, uns selbst im Moment wahrzunehmen – ebenso unsere Gefühle. Nehmen wir mal das mit dem „Hier und Jetzt“ wortwörtlich: Wenn du mit deiner Hand an eine Brennnessel kommst, bist du sofort im Augenblick.  Auch das ist ein Weg, wie uns Pflanzenwesen an uns selbst erinnern und uns ins Hier und Jetzt zurückholen. Diese Kraft lehrt uns ebenfalls die Achtsamkeit – auch uns selbst gegenüber.

So schließt du Freundschaften mit Pflanzen als Lebewesen

Es liegt an dir, wie weit du dich für den Austausch mit Pflanzenwesen und die Beziehung mit Pflanzen öffnest.

Beziehung mit der Pflanze als Lebewesen: Wie baue ich sie auf?

Eine Beziehung zwischen Mensch und Pflanze ist vergleichbar mit einer Beziehung zwischen zwei Menschen. Am Anfang findet man sich sympathisch und es entsteht eine Freundschaft. Aber es ist ein Weg, bis wir uns wirklich kennenlernen. Nach circa einem Jahr denkst du: „Wow, ich weiß ganz schön viel über diesen Menschen.“ Und dann kommt eine neue Situation – und auf einmal entdeckst du an diesem Menschen neue Aspekte. So kann man sich auch eine Freundschaft mit dem Pflanzenwesen vorstellen: Es besteht immer die Möglichkeit, mit einer Pflanze in einen völlig neuen Austausch zu gehen. Es liegt also an dir, wie weit du dich für diesen Austausch und diese Beziehung öffnest.

Wie finde ich heraus, welche Pflanze mich gerade als meine Kraftpflanze begleitet?

Manchmal ist unsere Aufmerksamkeit auf eine bestimmte Pflanze gerichtet: Sie begegnet uns auf einmal überall. So kann es sein, dass eine Pflanze mit dir Kontakt aufnimmt. Sie möchte dir mitteilen: „Hey, ich bin da. Ich unterstütze dich auf deinem Weg oder helfe dir bei deinen körperlichen Beschwerden. Aber ich hab auch die Kraft, dich als Lebewesen zu begleiten.“ Wenn wir in solchen Momenten aufmerksam sind, wird unser Leben sowieso viel, viel leichter und absolut magisch.

Reicht es, sich mit einer Pflanze feinstofflich zu verbinden, um ihre Heilwirkung zu erfahren?

Ich persönlich bin davon überzeugt, dass es auf dem feinstofflichen Wege möglich ist. Durch meine Online-Kongresse, bei denen es um Pflanzen als Lebewesen und um die Verbindung zu Pflanzenwesen geht, kenne ich viele Menschen, die es ebenfalls bestätigen. So kann bei einer Pflanzenwesen-Meditation passieren, dass Verspannungen oder Kopfschmerzen aufgelöst werden.

Doch als Menschheit sind wir erst auf dem Weg dahin: Irgendwann passiert alles auf der feinstofflichen Ebene – sodass wir uns keine Tees oder Tinkturen mehr aus Heilpflanzen anfertigen müssen. Das ist erst dann möglich, wenn deine Verbindung zu den Pflanzen und zu den Pflanzenwesen richtig verinnerlicht ist. Wenn es für dich die Wahrheit ist, dass es auch funktioniert, und du nicht mehr daran zweifelst. Wenn es soweit ist, öffnet sich in deinem Herzen ein Tor. Dann ist es vielleicht möglich, dass du, beispielsweise beim Magengrummeln, deine Hände um eine Pflanze legst und sie darum bittest, ihre Heilkräfte auf dich einzuschwingen und deinen Magen zu beruhigen.  Bist du aber erst auf deinem Weg zu den Pflanzenwesen, brauchst du eine Pflanze eher physikalisch, um ihre Einwirkung zu spüren.

Liebe Christel, von Herzen danke für diese bezaubernden „Beweise“, dass Pflanzen Lebewesen sind!