Herzenswege gehen – ins Goldene Zeitalter

Die neue Welt – eine Welt voller Glück, Zuversicht, Wertschätzung, Verbundenheit und Liebe – ist zwar noch ein Traum. Doch wer aufwacht und sich auf seinen Herzensweg macht, darf sie bereits erkennen. Lasst uns die Zukunft gemeinsam erschaffen, statt von ihr getrennt zu träumen! Ein Plädoyer für das Goldene Zeitalter.

Manche gehen den einfachsten Weg, die anderen wählen den Herzensweg.

Als mein innerer Wecker klingelte und die neue Welt nach mir rief …

Wach auf, wach auf!“, erklang eine Stimme irgendwo tief in meinem Inneren. Habe ich geschlafen? Habe ich das alles geträumt? Die Welt war eine andere, als ich an diesem Morgen meine Augen öffnete. Aber war das noch meine Welt?

Die Welt, die ich bisher kannte, war voller unbewusster Lebensepisoden, die ich wie im Tiefschlaf verbrachte. Nun schien sie sich zu verabschieden. Eins nach dem anderen entglitten mir ihre Teile – wie Wüstensand, der zwischen meinen Fingern rieselte … Ich versuchte, sie noch einen Moment lang festzuhalten – nur noch diesen einen Morgen lang, diesen Augenblick der Stille zwischen den Welten. Dann zeigte sich die Angst: Was ist, wenn die neue Welt, deren herzerwärmenden Duft ich bereits in der Luft zu schmecken meine, nur eine Fata Morgana ist?  

Ich rieb meine Augen, in Hoffnung, wirklich aufzuwachen und zu sehen, dass die Welt doch noch die alte ist. Und ich stellte fest: An diesem Morgen war ich so wach wie nie zuvor. Also blieb mir nichts anderes übrig, als die vor Abschiedsschmerz krächzende alte Welt, die ich Jahrzehnte lang für meine Welt hielt, bewusst anzusehen.

So schaute ich mich um, in dieser – nicht mehr der alten und noch nicht der neuen – Welt.  Ich sah mich darin fast allein. Ich war nicht mehr von Menschen umgeben, die mir einst etwas bedeuteten. Denn viele von ihnen hielten sich an den Ruinen der alten Welt fest. Sie wollten die neue Welt nicht einmal sehen; sie wollten nicht „aufwachen“. Und doch war ich nicht einsam. Denn ich war von Engeln umgeben, die bereit waren, mir den Weg in die neue Welt zu erleuchten. Als Vorgeschmack ließen sie mich spüren, woraus diese neue Welt bestehen würde: aus Verbundenheit, Glück, Freiheit, Zuversicht, Vertrauen, Wertschätzung, Herzenswärme und einfach nur … aus Licht und Liebe.

Ich war verwundert, nicht mehr – wie gewohnt – die vielen Wege vor mir zu sehen. Es breitete sich ein einziger Weg vor mir: mein Herzensweg. Wohin wird er mich führen? Wie weit ist es bis zur Oase namens „Die neue Welt“? Bin ich bereit, „so weit“ zu gehen? Zaghaft blickte ich rückwärts: Was lasse ich denn zurück?

Der Abschied von der „guten“ alten Welt

Eine alte Schaukel im Hof, an einen großen Kastanienbaum gebunden, schwang quietschend im Wind und rief nach mir. So setze ich mich hinein, stieß mich vom Boden ab und ließ mich erneut in den Schlaf wiegen. Dieser katapultierte mich in die alte Welt zurück, damit ich sie gebührend verabschieden kann. Nur um ganz sicher zu sein, dass ich nichts Wertvolles zurücklasse.

Angebote der guten alten Welt, die nicht mehr gut waren

Im Traum von der alten Welt sah ich all die „Schätze“, die sie mir so viele Jahre geboten hatte – und die es nun abzugeben galt:

      • Da war ein Leben in gesicherten Bahnen: Ich hatte viele Sicherheitspfeiler um mich herum errichtet. Denn sie spendeten mir das Vertrauen in den morgigen Tag. Dabei spürte ich keinerlei Sicherheit in mir – und kein Vertrauen ins Leben. Ade Sicherheit im Außen!
      • Als Nächstes verabschiedete ich die Bequemlichkeit, die ich Jahrzehnte lang genoss, der gegenüber ich frönte. Die Bequemlichkeit, immer den kürzesten Weg zu gehen, um etwas zu bekommen. Doch sie forderte ihren Tribut: „Du wünschst dir etwas? Dann musst du auch etwas abgeben. Bedingungslos geht das nicht, mein Kind“, flüsterte die Matrix, die wie eine Spinne die ganze Welt umwob. Und so tauschte ich Teile meiner Seele gegen Luftschlösser – der Bequemlichkeit halber.
      • Ich sah ein letztes Mal die gesellschaftliche Wahrheit an, die ich bis heute für wahr hielt – ja für wahr halten sollte. Doch sie war nicht mehr bequem, nicht mehr einwandfrei: Sie bekam irreparable Risse, die immer größer wurden. Und das Netz aus Lügen, das sie umspannte, begann sich unaufhaltsam aufzulösen. Dies zu erkennen machte mir den Abschied von dieser verdrehten Wahrheit leicht.
      • Und noch erkannte und verabschiedete ich die unzähligen verlockenden Angebote der alten Welt, die mir zwar ein freies Leben versprachen. Doch meine Fußfesseln zeugten davon, dass ich nie frei werden konnte, solange ich diese Angebote annahm.

„So schlimm war dein Leben doch gar nicht“, meldete sich das Echo des Egos aus der tiefen Ecke meines Selbst. „Willst du wirklich die gewohnte alte Welt zurücklassen – für eine neue Welt, von der du lediglich eine schleierhafte Vision hast?“

Persönliches, das für die neue Welt nicht mehr gut genug war und aussortiert gehörte

Ich machte das „Päckchen“ auf, das ich seit Jahren mit mir herumtrug: Ist da nicht doch etwas Nützliches dabei, was ich aus der alten in die neue Welt mitnehmen könnte? Doch die Suche war vergebens – es waren lediglich Dinge, die in der neuen Welt keinen Gebrauch finden würden:

      • Da waren viele Selbstzweifel. Denn ich kannte meinen Selbstwert nicht. So „verkaufte“ ich mich oft „unter Wert“, wollte allen gefallen und suchte Fremdliebe, statt mir selbst Liebe zu schenken.
      • Da waren viele Momente, in denen ich über andere urteilte. Denn ich verurteile auch mich selbst: für Nicht-perfekt-sein, für Nicht-gut-genug-sein.
      • Oft waren da falsche Schuldgefühle, die gar nicht richtig sein konnten. Denn es waren nicht meine, sondern die meiner Vorfahren. Doch ich besaß nicht den Weitblick, zurückzuschauen, um dies zu erkennen.
      • Da fehlte es an Glücksgefühlen. Weil ich immerzu in der Vergangenheit oder der Zukunft lebte und glückliche Augenblicke des Jetzt verpasste.

Ein letztes Mal begegnete ich der Leere, die ich von Zeit zu Zeit in mir spürte, trotz voller Schränke und Schubladen. Daraufhin folgten die leeren Beziehungen, die ich auf der Suche nach der einen erfüllenden Liebe zuließ. Und bei denen ich meine Grenzen verletzen ließ – weil ich sie selbst nicht spürte. Nun sah ich deutlich, dass auch ich viele fremde Grenzen verletzte. Denn wer seine Grenzen nicht kennt, kann auch die Grenzen anderer nicht wahrnehmen und wahren.

Ich spürte ein allerletztes Mal den alten Schmerz und sah ihn durch Vergebung heilen. Ich spürte die Trennung von mir selbst, von meiner Seele und meinen Gefühlen – und sah mich wieder ganz werden, auf dem Weg des spirituellen Erwachens in die neue Welt …

All das war ich bereit, am heutigen Morgen endgültig hinter mir zu lassen. Plötzlich hörte ich Engelsstimmen, die mir verrieten, dass ich nicht alles zurücklassen muss …

Die ersten Gebote der neuen Welt

„Nutze die Liebe in dir, um alles in eine lichtvolle Version zu transformieren“, flüsterten die Engel und gaben mir eine neue Perspektive auf die alten Dinge:

♥ „Suche und finde die Sicherheit in dir – statt dir Sicherheitskonstrukte im Außen zu errichten. Denn nur diese Art der Sicherheit macht dich stabil, egal wie stürmisch es um dich herum sein mag.

♥ Lass das Vertrauen ins Leben und in deine eigene Kraft wachsen – und daran, dass du auf deinem Herzensweg in die neue Welt von vielen lichtvollen Begleitern geleitet wirst.

♥ Schenk dir Selbstvertrauen, und du wirst schnell merken, dass du in jeder Situation die richtige Lösung und in jedem Gespräch die richtigen Worte findest.

♥ Lebe aus dem Herzen heraus, nicht aus dem Kopf. Denn so lebst im Augenblick, der meist von Glück erfüllt ist.

♥ Erkenne, wer du wirklich bist: Licht und Liebe – und sei stolz darauf.

♥ Finde in dir selbst die Bequemlichkeit, ein gemütliches Zuhause – dann hast du es überall bequem und bist überall daheim.

♥ Befreie dich vom Schleier der scheinbaren Wahrheit und lass deine innere Wahrheit aus dir sprechen. Sie führt dich zu deiner inneren Freiheit – und in den Zustand des Befreit-seins vom Überfluss an materiellen Bedürfnissen.

♥ Denn du bist nicht bedürftig oder gar leer. Du bist ein mit vielen Gaben, Talenten und Möglichkeiten gefülltes Fass. In der neuen Welt erschaffst du selbst alles, was du dir wünschst.“

Wenn du diese Liste um deine Gebote der neuen Welt ergänzen möchtest, fühl dich frei, dies zu tun – zum Beispiel im Kommentarbereich :-).

Erwachen in die neue Welt – in ein neues Wir

„Wach auf, wach auf!“, erklang erneut die Stimme in meinem Inneren. Ich öffnete die Augen. Doch nun waren es nicht mehr zwei: Ich schien ein drittes Auge zu besitzen, das durch die Verriegelung der alten Welt so lange verschlossen blieb. Damit sah ich sie, die Zukunft, die gerade dabei war, die Gegenwart zu werden. So sah ich die neue Welt entstehen; hörte, ihre Sprösslinge aus dem Wüstensand der gesellschaftlichen Dürre hervorkommen. Sie streckten sich zum Licht hin, fingen dabei selbst das Licht der Sonne und der Sterne ein – um die gute neue Welt zum Vorschein zu bringen.

Ich schaute mich in dieser neuen Welt um, die sich gerade noch den Weg durch den engen Geburtskanal des Universums bahnte. Ich war nicht allein. Wir waren viele, die den Herzensweg, nicht den Weg der Angst und der Bequemlichkeit wählten; die den Duft der neuen Welt bereits im Äther schmeckten. Wir ließen die Masken fallen und erkannten uns, ohne uns zu sehen. Wir spürten uns, ohne uns zu begegnen. Denn wir wussten:

Wir sind eins. Wir sind verbunden. Und somit sind wir stark.

Verwandlung: Was uns die „leere“ Zeit zwischen den Welten lehrte

Ja, ich war nun wach. Viele andere waren wach. Allein der Gedanke an die neue Verbundenheit mit sich selbst und mit allem vollzog Wunder. Im Nu verwandelten sich Tage, Wochen und Monate der Isolation in kostbare Augen-Blicke der Besinnung auf sich selbst. Dabei fielen viele Herzensmauern, trotz der vom Bösen um unsere Körper herum errichteten Käfige. Wir wehrten uns gegen die Spaltung – doch wir mussten die guten alten Freunde loslassen, die sich am goldenen Käfig der alten Welt klammerten. Auch wenn die alte Welt nicht kampflos aufgeben, sich an unseren Seelen festkrallen und unsere Körper mit ihren giftigen Dornen durchdringen wollte: Wir hielten stand. Gemeinsam.

Denn wir wollten etwas ganz anderes. Wir wollten SIE gemeinsam erschaffen: die neue Welt. Eine Welt, in der die guten alten Werte zählen. In der jeder Mensch zählt. In der jede Seele leuchtet und jedes Herz vor Liebe strahlt. Eine neue Welt in Frieden mit sich selbst und im Einklang mit der Natur. Eine Welt ohne die hässlichen Visagen der Macht. Eine Welt ohne Ohnmacht des Gefangen-seins in goldenen Käfigen des eigenen Egos. Die neue Welt, in der jeder seinen Seelenplan erkennt und ihm voller Lebensfreude folgt, statt sich zu ducken und seine innere Wahrheit zu verleugnen.

Wach auf, wach auf! Auch du kannst die neue Welt erblicken: Wenn du dich für den Herzensweg des Erinnerns, der Selbstbestimmung entscheidest – nicht für den einfachsten Weg der Selbstvergessenheit und der Fremdverantwortung.

Titelbild: © Kayra Sercan / Unsplash

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